Umfrage in Vorarlberg

AK warnt: Hohe Belastung von Spitalsmitarbeitern

Vorarlberg
23.06.2026 18:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Sowohl Ansprüche als auch Belastungen steigen: Vorarlbergs Krankenhausmitarbeiter stehen besonders unter Druck. Zudem müssen viele auch zu Hause noch Pflegeaufgaben übernehmen. Auch deswegen steigt das Burnout-Risiko unter der Belegschaft.

Bereits zum vierten Mal hat die Arbeiterkammer (AK) Vorarlberg eine Umfrage unter Spitalsmitarbeitern gestartet: Im Februar dieses Jahres sandte die AK mit Unterstützung der Krankenhausbetriebsgesellschaft 4067 Fragebögen aus. Die Rücklaufquote lag diesmal bei 41,2 Prozent, hinzu kamen mehr als 440 teils sehr ausführliche persönliche Anmerkungen – ein Rekordwert.

Die Ergebnisse zeigen den hohen Druck am Arbeitsplatz und spiegeln sowohl die Verunsicherung durch den Umbau der Spitalslandschaft als auch die hohe Einsatzfreude der Mitarbeitenden wider. „Wir haben zudem erstmals erfragt, wie viele Beschäftigte auch privat Betreuungs- und Pflegeaufgaben erfüllen müssen“, erklärt Arbeitswissenschaftler Heinrich Geissler.

Überdurchschnittlich hoher Wert
27,1 Prozent der Belegschaft müssen zu Hause Pflege- oder Betreuungsaufgaben stemmen. 38,1 Prozent der Betroffenen arbeiten in Teilzeit, 17,4 Prozent müssen diese Zusatzaufgaben neben der Vollzeitbeschäftigung bewältigen. „Überdurchschnittlich hoch“ ist Geissler zufolge der Anteil der pflegenden oder betreuenden Angehörigen bei den Fachärzten und Fachärztinnen. Zudem wünschen sich 47,9 Prozent aller Befragten eine andere Dienstplangestaltung, hauptsächlich wegen Betreuungspflichten.

Die Arbeitsbelastung ist hoch: 68,3 Prozent beklagen, dass sie zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen müssen, 61 Prozent leiden unter Zeitdruck, 55,6 Prozent werden in ihrer Tätigkeit immer wieder unterbrochen. Wie wirkt sich das aus? 14 Prozent der Befragten fühlen sich mindestens einmal in der Woche emotional leer, sie arbeiten bereits mit Burnout-Risiko. Zeitdruck, hohe Verantwortung und fehlende Anerkennung tragen auch dazu bei, dass sich die Mitarbeitenden nicht wohl in ihrer Haut fühlen.

Arbeitsmodelle anpassen
Sowohl die AK als auch die Verantwortlichen der Krankenhäuser betonten zur Studienveröffentlichung, dass es noch wichtiger als bisher sein wird, an den Arbeitsmodellen weiter zu tüfteln und auf die Bedürfnisse der Belegschaft stärker einzugehen.

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