„Focus online“ schreibt: „Nun droht ein Skandal-Spiel zwischen Österreich und Algerien. Ein Remis zwischen Österreich und Algerien würde beide in die K.-o.-Runde bringen. Das löst Spekulationen und Erinnerungen aus.“ Der Artikel spielt auf die „Schande von Gijon“ an, als Deutschland und Österreich durch einen Nichtangriffs-Pakt bei der Fußball-WM 1982 aufstiegen und Algerien heimfahren musste.
Auch in den sozialen Medien wird bereits über eine mögliche Absprache spekuliert. Manche Fans befürchten, dass sich Österreich (Tabellenzweiter) und Algerien (Dritter) mit einem Remis zufriedengeben könnten. Laut „Focus online“ kündigte ein namentlich nicht genannter österreichischer Wirtschaftsprofessor sogar schon die „Schande von Kansas City“ an.
Als Tschak von Wüstensöhnen und Skandal sprach
Nach der „Schande von Gijon“ 1982 hatte der österreichische Delegationsleiters Hans Tschak von einem abgekarteten Spiel nichts wissen wollte: „Natürlich ist taktisch gespielt worden. Aber wenn jetzt deswegen hier 10.000 Wüstensöhne im Stadion einen Skandal entfachen wollen, zeigt das doch nur, dass die zu wenig Schulen haben. Da kommt so ein Scheich aus einer Oase, darf nach 300 Jahren mal WM-Luft schnuppern und glaubt, jetzt die Klappe aufreißen zu können.“
Konstellation birgt Zündstoff
Die Schande hatte Konsequenzen. Seit 1984 finden die letzten Spiele zeitgleich statt. Und doch birgt die Konstellation auch beim aktuellen XXL-Turnier in Nordamerika potenziell Zündstoff. Die Partie in Kansas City ist zeitgleich mit dem Gruppe-J-Parallelspiel Argentinien – Jordanien das letzte Gruppenmatch des gesamten Turniers. Taktische Spielchen – mitunter könnte der dritte Gruppenplatz einen leichteren Turnierweg als der zweite bereithalten – scheinen theoretisch möglich. So wird der Gruppenzweite im 1/16-Finale Stand jetzt ziemlich sicher auf Spanien treffen, während der Gruppendritte einen leichteren Gegner bekommen würde.
„Ralf Rangnick will immer gewinnen“
Der österreichische Sportmanager Heinz Palme, der bei der Fußball-WM 2006 General Coordinator des Organisationskomitees, Leiter des Projektmanagments und Protokollchef war, sagt dazu: „Ich schließe das komplett aus. Ralf Rangnick will immer gewinnen, das ist in seiner DNA. Er ist ein Ehrenmann. Er würde Spanien als tolle und große Herausforderung sehen.“
1982 arbeitete Palme für den Österreichischen Fußball-Bund: „Ich war damals nicht in Spanien dabei, aber das damalige Spiel in Gijon hat mich verwirrt, befremdet und auch schockiert. Die Zeiten haben sich aber verändert, Fair Play ist eines der größten Güter geworden. Wer dagegen verstößt, verliert kurz- und langfristig unglaublich viele Sympathien.“
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