Nach Leipzig-Vorfall

Deutschland verdoppelt Zahl der Drohnen-Jäger

Ausland
09.08.2026 18:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Fund einer Drohne mit Sprengstoff am Flughafen von Leipzig in Deutschland berichten US-Medien über eine mögliche Verbindung zu Russland. Unterdessen verstärkt Deutschland nun die Drohnenabwehr. Die dafür zuständige Polizeieinheit wird personell massiv aufgestockt.

Wie bild.de berichtet, sollen im Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) künftig 300 statt 150 Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Innenminister Alexander Dobrindt werde eine entsprechende ministerielle Weisung an das Bundespolizeipräsidium erlassen. Gleichzeitig werde das Netz der operativen Stützpunkte von bisher vier auf acht Standorte bundesweit verdoppelt. Dobrindt reagiere damit auf den Leipziger Drohnen-Vorfall, hieß es.

Erhöhte Sicherheit am Flughafen Leipzig, im Hintergrund sieht man ein ukrainisches ...
Erhöhte Sicherheit am Flughafen Leipzig, im Hintergrund sieht man ein ukrainisches Frachtflugzeug des Typs Antonov.(Bild: EPA/FILIP SINGER)

Sprengstoff-Drohne in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen
Am Flughafen der mitteldeutschen Großstadt war in der Nacht auf Mittwoch durch einen Mitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Der an ihr befestigte Sprengsatz wurde von Experten der Bundespolizei entschärft. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine.

Das „Wall Street Journal“ schrieb unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte, die Sprengstoffdrohne gehöre wahrscheinlich der russischen Führung. Der US-Sender CNN zitierte einen US-Verteidigungsbeamten in Europa, wonach die USA zum Schluss gekommen sind: Die Drohne sei von einem russischen Geheimdienst.

Russland spricht von „Provokation“ Kiews
Die russische Botschaft in Berlin sprach von einer gegen Moskau gerichteten „Provokation“ Kiews, um antirussische Hysterien zu schüren in Deutschland. Ziel der Ukraine und der europäischen Militaristen sei es, die Gesellschaft auf einen Krieg gegen Russland vorzubereiten, hieß es. Von einer billigen Inszenierung eines Sabotageaktes sprach der bei vielen Russen wegen seiner Analysen beliebte Telegram-Kanal „Maester“. „Ob dies das Werk der Ukrainer oder der deutschen (europäischen) Falken ist, spielt keine wesentliche Rolle. Klar ist nur der Trend zur Eskalation des Konflikts seitens Kiews und der EU.“

Der Auslandsgeheimdienst SWR warnte schon mehrfach davor, dass ukrainische Geheimdienste antirussische Provokationen planten, um das dem Kreml in die Schuhe zu schieben. Saboteure wollten mit Anschlägen auf Infrastruktureinrichtungen in Europa und so bezeichneten False-Flag-Aktionen – Operationen unter falscher Flagge – Russland in Verruf bringen.

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