Bangen um Wienerin

Algerische Armee befreite entführten Deutschen

Ausland
09.08.2026 16:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein deutscher Staatsangehöriger ist zwei Wochen nach seiner Entführung im westafrikanischen Niger offenbar von der algerischen Armee befreit und zu einer Luftwaffenbasis in der Nähe der Hauptstadt Algier gebracht worden. Dem Militär des nordafrikanischen Staates zufolge ist der Mann bei guter Gesundheit und soll später an deutsche Behörden übergeben werden. Unterdessen gibt es von der im Jänner 2025 entführten Wienerin Eva Gretzmacher seit Monaten mehr kein Lebenszeichen.

Mehrere lokale Medien berichteten übereinstimmend, die Entführung des deutschen Staatsbürgers habe sich in der Region Tahoua im Südwesten des Niger ereignet. Der Deutsche sei demnach in die Region gereist, um Goldgeschäfte zu tätigen. Weitere Angaben zu den Umständen oder dazu, wer hinter der Tat steckt, liegen bisher nicht vor.

Entführte Österreicherin in Gewalt von IS-naher Gruppe
Im Fall der Anfang 2025 aus Wüstenstadt Agadez verschleppten Wienerin Eva Gretzmacher sind bisher alle diplomatischen Bemühungen gescheitert. Am 11. Jänner waren bewaffnete Männer in ihr Haus in Agadez in Niger eingedrungen, bedrohten einen Wachmann mit einer Pistole, öffneten gewaltsam die Tür und verschleppten die Wienerin in einem Geländewagen in die Nacht. Danach fehlte von ihr jede Spur, jede Nachricht.

Erst an ihrem 74. Geburtstag, knapp vier Monate nach der Tat, meldeten sich die Entführer: Ein einzelnes Foto, geschickt über Mittelsmänner, zeigt die Entwicklungshelferin bzw. Kulturvermittlerin erstmals wieder. Erschöpft, gezeichnet – aber lebend. In Gefangenschaft bei einer der Terrormiliz Islamischer Staat nahestehenden Gruppe irgendwo in der Grenzregion zwischen Niger und Mali. An ihrer Seite: Claudia A., eine 67-jährige Schweizerin, die auf ähnliche Weise in Agadez verschleppt wurde. Seitdem gelten beide Frauen als Geiseln derselben Terrorgruppe.

Berichte über schwere Infektion bei Österreicherin
Der rot-weiß-rote Spitzendiplomat Peter Launsky-Tieffenthal sagte jüngst in einem APA-Interview, dass sich Österreich mit regionalen Partnern und Ländern, die ebenfalls Geiseln an Ort und Stelle haben, darum bemüht, die 75-Jährige nach Hause zu bringen. Aufgrund von vorliegenden Informationen ging Launsky-Tieffenthal davon aus, dass sich der Gesundheitszustand von Gretzmacher verbessert habe. Im Mai gab es Berichte über eine schwere Infektion. Von den blutigen Auseinandersetzungen des vergangenen Wochenendes zwischen Dschihadisten und Regierungstruppen im Niger und Mali sei die Österreicherin nicht betroffen gewesen, hieß es auf Anfrage aus dem Außenministerium.

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