Neo-BM im Gespräch

„Ziehe keine Vergleiche, habe höchsten Respekt“

Tirol
23.06.2026 11:00

Stefanie Ganeider ist seit wenigen Wochen Ortschefin von Lavant, der jüngsten Gemeinde Österreichs. Der „Krone“ verriet sie ihre Ziele und wie es dazu gekommen ist und ob sie Vergleiche zu ihrem Vorgänger zieht, der 28 Jahre im Amt war.

„Krone“: Frau Ganeider, wie kam es, dass Sie in dieser Periode in die Bürgermeisterrolle geschlüpft sind?
Stefanie Ganeider: Ich bin aus meiner Stellvertreterposition in einer entsprechenden Position gewesen. Zudem war ich die Wunschkandidatin von Oswald Kuenz, was er öffentlich kommuniziert hat.

Wann fiel schließlich die Entscheidung?
Bereits Anfang des Jahres hat Oswald öffentlich bekannt gegeben, die Periode nicht fertig machen zu wollen. Solange es nicht spruchreif war und der Amtsverzicht nicht abgegeben worden ist, war es nicht konkret. Natürlich bin ich auch von extern darauf angesprochen worden. Ich war dann bereit. Die Zustimmung war einstimmig.

Oswald Kuenz legte sein Amt nach 28 Jahren nieder.
Oswald Kuenz legte sein Amt nach 28 Jahren nieder.(Bild: Martin Oberbichler)

Ist der Posten auch mit dem Hauptberuf vereinbar?
Es ist kein Problem. Ich arbeite in Teilzeit als Assistentin der Geschäftsleitung bei der Firma brainflash GmbH in Lienz. Ich werde von meinem Arbeitgeber super unterstützt und bin sehr flexibel.

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Nein, ich ziehe keine Vergleiche. Ich habe höchsten Respekt betreffend die Leistungen, die Oswald für die Gemeinde und uns alle vollbracht hat.

BM Stefanie Ganeider

Ist Ihre Erfahrung aus dem Gemeinderat wichtig?
Ich bin seit 2022 im Gemeinderat. Natürlich macht es Sinn, weil man gewisse Themen mitbekommt, über die man sich sonst keine Gedanken macht. Jetzt die Innensicht ist noch einmal etwas ganz anderes.

Ihr Vorgänger war seit 1998 im Amt. Machen Sie sich Gedanken, dass es sehr große Fußstapfen sein könnten?
Nein, ich ziehe auch keine Vergleiche. Ich habe höchsten Respekt betreffend die Leistungen, die Oswald für die Gemeinde und uns alle vollbracht hat. Wir wollen lösungsorientiert nach vorne hinarbeiten.

Bezirkshauptfrau Bettina Heinricher, Vize Lukas Kaplenig und BM Stefanie Ganeider (v.l.)
Bezirkshauptfrau Bettina Heinricher, Vize Lukas Kaplenig und BM Stefanie Ganeider (v.l.)(Bild: BH Lienz)

Was sind die nächsten Aufgaben, die auf Sie zukommen?
Aktuell kommen jeden Tag Themen auf, wo wir schauen müssen, wo wir stehen. Auch die neue Gemeindeführung – bestehend aus dem Bürgermeisterin-Stellvertreter, dem Amtsleiter und den Gemeindebediensteten – ist stark im Austausch, um so effizient und offen wie möglich zu sein.

Gibt es auch größere Projekte, die anstehen?
Wir sind dabei, ein Feuerwehrgerätehaus zu planen. Die Planung ist mit einem Architekturwettbewerb abgeschlossen. Jetzt geht es darum, inwieweit das Projekt finanzierbar ist.

Die Deponie in Lavant wird geschlossen.
Die Deponie in Lavant wird geschlossen.(Bild: Martin Oberbichler)

Immer wieder Thema ist auch die Mülldeponie. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?
Die Deponie wird geschlossen. Der Pachtvertrag ist Ende 2024 ausgelaufen. Mit dem Abfallwirtschaftsverband haben wir ein Nutzungsentgelt für die nächsten zwei Jahre vereinbart. Dann geht es in eine gesetzliche Nachsorgephase über.

2028 sind Wahlen. Wollen Sie wieder kandidieren?
Es ist noch zu früh, darüber zu sprechen. Ich schaue mir an, wie sich die nächsten Monate entwickeln und lasse es auf mich zukommen. Ich bin aber tatsächlich sehr motiviert und freue mich auf die Teamarbeit.

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