„Das letzte Mal, dass sie so früh gespielt haben, war wohl in der U15“, vermutet Österreichs Teamchef Ralf Rangnick. Dessen Truppe am Montag bereits um 12 Uhr Ortszeit in Dallas auf Argentinien trifft. Die frühe Anstoßzeit stellt den rot-weiß-roten Tag komplett auf den Kopf – ein Schlafexperte hilft.
„Wenn ich in der Früh aufstehe, dann dürfen mich meine Frau und Kinder nicht anreden, das ist ein absolutes Tabu“, zählt sich Marko Arnautovic selbst zu den absoluten Morgenmuffeln. Aber heute wird sich auch Österreichs Rekordteamspieler den Wecker auf 6 Uhr gestellt haben: „Dann wird es bis 12 Uhr schon gehen.“ Ein Problem, das die Jungväter wie Lienhart, Posch, Friedl und Co. nicht haben, sie sind in den USA, weil so gewohnt, stets die Ersten beim Gleitzeit-Frühstück (zwischen 7.30 und 10.30 Uhr).
Tag X ist seit Wochen Thema
Klingt alles lustig, nebensächlich – doch der Montag bereitet dem ÖFB schon seit Wochen Kopfzerbrechen. Nicht wegen Argentinien. Wegen der Uhrzeit. „Das letzte Mal, dass sie so früh gespielt haben, war wohl in der U15“, vermutet auch Teamchef Ralf Rangnick. Denn der Ankick erfolgt heute um 12 Uhr Ortszeit. „Das ist um 10 Uhr, wenn wir in unserer Zeitzone bleiben“, verweist Martin Rinderer auf die „verlorenen“ zwei Stunden im Vergleich zu Santa Barbara, unserem WM-Basecamp.
ÖFB hat eigenen Schlafexperten
Martin Rinderer ist der Ernährungs- und Schlafexperte des ÖFB, hat den Fahrplan mit Sportwissenschafter Gerhard Zallinger ausgearbeitet, damit der Bio-Rhythmus, die innere Uhr der Spieler, perfekt eingestellt ist. Dafür werden seit Wochen alle Daten (von Schlaf über subjektives Wohlempfinden bis hin zu den CK-, Belastungs- und Leistungswerten) gesammelt.
Die zeitliche Umstellung erfolgte schleichend: Das Training wurde in den letzten Tagen sukzessive vorverlegt, sogar bis auf 9.30 Uhr – der Matchtag wurde also quasi simuliert.
Normalerweise sollte der Pre-Match-Snack dreieinhalb bis vier Stunden vor dem Anpfiff erfolgen. Das ist nicht möglich.
Martin Rinderer, Ernährungs- und Schlafexperte des ÖFB
Frühstück noch ausgiebiger
„Normalerweise sollte der Pre-Match-Snack dreieinhalb bis vier Stunden vor dem Anpfiff erfolgen“, erklärt Rinderer. Das ist am Montag nicht möglich. Um 6 Uhr erfolgt die Tagwache, gibts ein erstes Wachrütteln: „Bewegung und Tageslicht kurbeln den Stoffwechsel schon vor dem Essen an“, so Rinderer.
Nach dem Frühstück, das diesmal noch ausgiebiger ausfällt, gibt’s die Mannschaftssitzung, vor der Abfahrt zum Stadion noch eine zweite „Energiezufuhr“.
Und dann ist High Noon, steht man Messi und Co. gegenüber, wird ohnehin jeder hellwach sein. Da schießt das Adrenalin ein. Aber vielleicht sind ja bei den Gauchos ein paar Morgenmuffel dabei ...
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