„Wenn wir so tief gesunken sind ...“ Holland-Legende Rafael van der Vaart will den Wechsel von Julian Brandt zu Ajax Amsterdam nicht als Überdrüber-Transfer etikettieren. Da müsse schon eher Brandt dankbar sein, nicht Ajax.
Julian Brandt tauschte im Sommer nach sieben Jahren das Leiberl von Borussia Dortmund gegen jenes von Ajax Amsterdam. In Holland herrscht Euphorie. Vom deutschen Edeltechniker erwartet sich der Klub Großes. Nicht zum 100-prozentigen Verständnis einer Klub-Legende: Rafael van der Vaart. Der 109-fache holländische Teamspieler startete einst seine Weltkarriere beim nunmehrigen Brandt-Klub und mauserte sich ebendort zur veritablen Legende. Und hängt mit dem Herzen immer noch am Klub.
Brandt muss dankbar sein
Gerade deswegen will er den Verein nicht kleiner machen, als er ist. „Ajax ist ein großer Klub“, sagt der inzwischen 43-Jährige dem TV-Sender NOS. Folglich müsse Brandt „froh sein, dass er dort spielt.“ Und: „Ich finde es übertrieben, zu sagen, dass Ajax dankbar sein müsse, dass ‘so ein Spieler‘ jetzt beim Verein ist“. Schließlich sei Brandt zwar ein guter Kicker, „aber schon ein auch ein bisschen ein Schönwetter-Fußballer“.
Conclusio von Van der Vaart: „Wir müssen nicht dankbar sein, dass er bei Ajax spielt. Wenn wir so tief gesunken sind ...“
Einstand nach Maß
Was Van der Vaart jedenfalls auch nicht entgangen sein dürfte: Brandt legte für seinen neuen Klub einen Super-Start hin. Mit Ajax gewann der deutsche zum Auftakt in die niederländische Meisterschaft auswärts bei Zwolle mit 2:0. Torschütze zum Endstand in der fünften Minute der Nachspielzeit nach wunderbarer, fast Stadthallen-tauglicher Kombination: Julian Brandt (der erst in der 61. Minuten eingewechselt worden war).
Dafür war Ajax sicher dankbar.
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