Anlässlich 30 Jahre Managementcenter Innsbruck (MCI) gab es viel Lob, doch damit kann sich die wichtige Hochschule auch keinen Campus bauen. Die Opposition schießt daher scharf gegen die Regierung.
Anlässlich 30 Jahre Managementcenter Innsbruck (MCI) gab es zwar viel zu feiern, doch leider hing auch ein Damoklesschwert über den vielen Leistungen dieser tollen Hochschule. Stichwort Platzprobleme und Nicht-Neubau eines Campus, der bereits 2002 per Beschluss vom Landtag besiegelt wurde. Drei Beschlüsse und fast 25 Jahre später ist immer noch alles beim Alten – die „Krone“ berichtete.
Eine politische Wunde, die schmerzt. Aber leider auch selbst verschuldet ist. „Es ist erstaunlich, dass das MCI trotz allseits anerkennender und lobender Worte seit Jahren um einen Neubau kämpfen muss. Das ist enttäuschend“, sagt Markus Sint, Klubobmann der Liste Fritz. Es sei ein „besonderes politisches Kunststück“, dass die ÖVP-dominierte Landesregierung unter LH Anton Mattle den MCI-Neubau beerdigt hat, obwohl ihn eigentlich alle wollen.
„12,5 Millionen Euro Steuergeld versenkt“
„Die Opposition will den Neubau, das MCI will den Neubau, die Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung wollen ihn und die Landesregierung hat ja nicht umsonst zig Beschlüsse für diesen Neubau des MCI gefasst. Trotzdem ist außer Spesen bisher nichts gewesen, denn mehr als 12,5 Millionen Euro Steuergeld hat die Tiroler Landesregierung bisher für Planungen, Architektenwettbewerbe, Siegerprojekte und Berater ausgegeben, ohne dass das MCI einen Quadratmeter mehr Fläche zur Ausbildung und Forschung bekommen hätte“, ärgert sich Sint.
Es ist ein besonderes politisches Kunststück, dass die ÖVP-dominierte Landesregierung unter LH Anton Mattle den MCI-Neubau, den alle wollten, beerdigt hat“

Markus Sint (Liste Fritz)
Bild: Christof Birbaumer
Wenn die Landesregierung nicht in Ausbildung junger Menschen investiere, dann schade sie letztlich den jungen Leuten, dem Bildungs- und vor allem dem Wirtschaftsstandort Tirol: „Es braucht einen Schulterschluss aller positiven Kräfte, es braucht einen vernünftigen dritten Anlauf und es braucht diesen MCI-Neubau. Für eine unternehmerische Hochschule, die auch in den nächsten 30 Jahren tolle Fachkräfte für die Tiroler Unternehmen ausbildet.“
Dornauer würde es heute anders machen
Ins selbe Horn bläst auch der freie Abgeordnete Georg Dornauer. Wobei man dazu sagen muss, dass er einst selbst Mitglied der Landesregierung und für den MCI-Neubau zuständig war. Aber als Juniorpartner ist man halt nicht immer der, der anschafft. Und es ist auch nicht verboten, gescheiter zu werden. Heute spricht der ehemalige LH-Stellvertreter im Zusammenhang mit dem MCI von einer mutlosen Standortpolitik der Landesregierung.
Eine mutlose und von Kurzsichtigkeit geprägte Politik bringt weder den Wirtschafts- noch den Industrie- und Bildungsstandort Tirol nicht weiter.“

LA Georg Dornauer
Bild: Christof Birbaumer
Das MCI habe sich über drei Jahrzehnte zu einer der wichtigsten Bildungs- und Forschungseinrichtungen des Landes entwickelt und Tirol als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort maßgeblich geprägt. Diese Leistung verdiene echte Anerkennung. „Der gescheiterte Neubau des MCI wird sich als bleibender Makel an der aktuellen Tiroler Landesregierung festsetzen. Eine mutlose und von Kurzsichtigkeit geprägte Politik bringt weder den Wirtschafts- noch den Industrie- und Bildungsstandort Tirol auch nur einen einzigen Schritt weiter“, kritisiert Dornauer.
2027 werden die Karten sowieso neu gemischt
Besonders hart geht er mit den Plänen rund um das ehemalige Postgebäude ins Gericht. Anstatt in einen eigenen Neubau zu investieren, werde nun bekanntlich unglaublich viel Steuergeld dafür aufgewendet, eine fremde Immobilie zu adaptieren und diese in weiterer Folge dauerhaft anzumieten. „Das ist, gelinde gesagt, eine politische Bankrotterklärung“, findet Dornauer harte Worte. Aber nach der Landtagswahl 2027 würden die Karten ohnehin neu gemischt – und dann brauche es „endlich wieder eine Standortpolitik mit Weitblick und Mut zur Investition“.
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