Alarmierende Zahlen

Wenn selbst die Arbeit schon krank macht

Salzburg
20.06.2026 07:30

Die Belastung für die Arbeitnehmer ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen und immer mehr Beschäftigte gehen auch krank in die Arbeit. Das hat der Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer ergeben. Warum das so ist? Die „Krone“ hat nachgefragt.

Alarmierende Zahlen hat der Arbeitsklimaindex 2025 der Arbeiterkammer Salzburg (AK) ans Licht gebracht. Zwei von drei Beschäftigten sind im Jahr 2025 krank arbeiten gegangen. Im Jahr 2016 waren es noch 34 Prozent. „Das ist nachvollziehbar. Der Stress hat deutlich zugenommen und der Arbeitsdruck ist gestiegen“, erklärt Bernd Wimmer, der bei der AK jährlich den Index erstellt. Dabei werden 400 bis 500 Arbeitnehmer in Salzburg aus verschiedenen Branchen befragt, ob sie gearbeitet haben, obwohl sie gesundheitlich eingeschränkt waren. „Krank sein ist kein objektiver Tatbestand. Ein Schnupfen wird wahrscheinlich aber nicht als krank rückgemeldet werden“, so Wimmer.

Gerade Gesundheits- wie Pflegepersonal ist stark belastet.
Gerade Gesundheits- wie Pflegepersonal ist stark belastet.(Bild: Andreas Tröster)

Wann ist man eigentlich zu krank zum Arbeiten? „Darauf gibt es nur eine einzige Erklärung: Wenn der Arzt entscheidet, dass man arbeitsunfähig ist. Und zwar ausschließlich der Arzt“, erklärt AK-Rechtsexperte Heimo Typplt. Das gleiche gilt für die Gesundschreibung. Was darf man im Krankenstand machen? „Es ist alles zu unterlassen, was die Genesung erschwert oder behindert.“

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Im Homeoffice kommt es noch öfter vor, dass Beschäftigte krank arbeiten. In den vergangenen Jahren hat der Stress für die Arbeitnehmer deutlich zugenommen.

Bernd Wimmer, AK Salzburg

Die Branche, die am meisten betroffen ist, ist wenig überraschend der Gesundheits- und Pflegebereich. 77 Prozent (!) haben vergangenes Jahr Krankarbeit geleistet. „Da brennt der Hut! Gerade in dem Bereich ist die Intensität sehr hoch und sind die Personalressourcen knapp“, sagt Wimmer. Folgen: Die Arbeit könnte gesundheitsschädigend werden, was zu längeren Krankenständen führen könnte, und in weiterer Folge steigt das Risiko für ein Burnout der Beschäftigten.

Einer der Hauptgründe, warum Beschäftigte trotz angeschlagener Gesundheit arbeiten gehen, ist für Wimmer die Solidarität. Ist jemand krank, hat ein anderer trotz angespannter Situation mehr zu tun. Ein weiterer Grund ist, dass die Arbeit liegen bleibt, weil es keine Vertretung gibt.

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