Erwartete Rückkehr

Neue Chance für eine der beliebtesten Mozart-Opern

Salzburg
06.08.2026 11:00
Porträt von Salzburg-Krone
Von Salzburg-Krone

Manchen Produktionen weint nach nur einem Festspielsommer niemand eine Träne nach – bei „Così fan tutte“ war das im Jahr 2020 anders. Jetzt feiert Christof Loys Inszenierung mit Joana Mallwitz am Dirigentenpult ein lang ersehntes Comecback in Salzburg.

Mitten in der Pandemie entstand für die Salzburger Festspiele eine auf rund zwei Stunden gekürzte Fassung ohne Pause. Aus der Not geboren, wurde sie zum Überraschungserfolg. Jetzt kehrt Christof Loys Inszenierung zurück – mit fast derselben Besetzung und endlich auch mit der gebührenden Musik, die damals den Corona-Streichungen zum Opfer fiel.

Dirigentin Mallwitz steht schwanger am Pult – sie erwartet in wenigen Wochen ein Kind.
Dirigentin Mallwitz steht schwanger am Pult – sie erwartet in wenigen Wochen ein Kind.(Bild: Simon Pauly)

Wer jetzt bloße Wiederverwertung wittert, greift zu kurz. Diese „Così“ bekommt vielmehr die Form, die ihr 2020 verwehrt blieb. Regisseur Christof Loy und Dirigentin Joana Mallwitz betonten beim Terrassentalk der Festspiele, dass sie damals nicht einfach kürzen, sondern den Kern der Oper bewahren wollten. Diesmal kehren etliche der damals gestrichenen Nummern zurück, einige Kürzungen bleiben bewusst bestehen.

Voller Fokus auf die Figuren
Das Konzept wird also nicht neu erfunden, sondern erweitert. Auch optisch bleibt Loy seiner Linie treu. Das Publikum sieht erneut einen fast leeren Bühnenraum, zwei markante Türen und keine überflüssigen Regie-Spielereien. Alles richtet sich auf die Figuren und ihre Beziehungen. Mit Elsa Dreisig als Fiordiligi und fast dem gesamten Ensemble von damals kehren jene Sänger zurück, die diese Inszenierung überhaupt erst geprägt haben. Ein seltener, aber durchaus spannender Fall, in dem dieselben Künstler ihre Rollen mit zusätzlicher Erfahrung neu ausloten können.

Voll im Fokus. Das Ensemble rund um Elsa Dreisig (2.v.li.)
Voll im Fokus. Das Ensemble rund um Elsa Dreisig (2.v.li.)(Bild: APA/BARBARA GINDL)

Nach den vielen Reprisen der vergangenen Jahre darf man schon fragen, ob das Programm langsam zu sehr in die Rückschau gerät. Andererseits hatte kaum eine Produktion so wenig Gelegenheit, sich wirklich zu entfalten wie diese. Jetzt fällt der Corona-Bonus weg. Diesmal muss die Produktion ganz allein bei den Festspielen und vor Salzburger Publikum bestehen.

Larissa Schütz

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