Neuer Bikepark öffnet

Wo Pensionisten den Kick haben und Eltern zittern

Salzburg
19.06.2026 09:00

Mit so einem Andrang hat Hubert Strübler nicht gerechnet: Rund 50 Erwachsene und ebenso viele Kinder ließen sich die Chance am Donnerstag nicht entgehen, den neuen Bikepark beim Kesselmann-Lift in Faistenau zu testen. Was Eltern, Biker, Trail-Bauer und der Eigentümer zum ersten Testbetrieb sagen? Die „Krone“ war vor Ort...

Der Parkplatz beim Kesselmann-Lift war am Donnerstagnachmittag bummvoll. Der Grund war ein simpler: Hubert Strübler lud vereinzelt Rad- und Mountainbike-Clubs ein, um den ersten Bikepark in der Nähe zur Stadt Salzburg zu testen. Und die Radler folgten der Einladung. „Mit so vielen hab ich ja gar nicht gerechnet“, lacht Strübler.

Thomas Tschebul (l.) und Manuel Gruber haben den Park gebaut.
Thomas Tschebul (l.) und Manuel Gruber haben den Park gebaut.(Bild: Andreas Tröster)

Angebot in Stadtnähe überzeugt Biker
Über zwei Monate haben Manuel Gruber und Thomas Tschebul die Mountainbike-Strecken in die Wiese und den Wald gehauen. „Das waren 90-Stunden-Wochen, damit es fertig wird. Aber wir haben es geschafft und sind durchaus stolz darauf“, sagt Gruber gegenüber der „Krone“. 

Alex Gebetsroither in voller Montur beim Testen des Parks.
Alex Gebetsroither in voller Montur beim Testen des Parks.(Bild: Andreas Tröster)

Entstanden sind zwei Trails im Wald und ein sogenannter Flow-Trail über die Wiese, der eher gemütliches Fahren erlaubt. Und dennoch kann man auch hier eine alternative Route wählen und über Holz-Hindernisse und Hügel springen. Für den geübten Biker Alexander Gebetsroither aus Anif ein willkommenes Angebot: „Ich bin früher viel in Parks gefahren, habe jetzt aber auf Radtouren umgeschwenkt. Aber wenn es in der Nähe ein Angebot gibt, muss ich es schon ausprobieren.“ 

Es geht gemütlich über die Wiesentrails...
Es geht gemütlich über die Wiesentrails...(Bild: Andreas Tröster)
...über Sprünge...
...über Sprünge...(Bild: Andreas Tröster)
...Hügel...
...Hügel...(Bild: Andreas Tröster)
...unter Holzbrücken...
...unter Holzbrücken...(Bild: Andreas Tröster)
...Steilkurven...
...Steilkurven...(Bild: Andreas Tröster)
...und durch den Wald.
...und durch den Wald.(Bild: Andreas Tröster)

Von Kleinkindern bis Pensionisten
Ins ähnliche Horn stoßen Alexander Glück (60) und Günther Speckenbach (68) aus Salzburg. Unisono freuen sich die beiden: „Wir sind vom Mountainbike-Club Salzburg und es gab bisher kein ähnliches Angebot in der Nähe. Wir begrüßen das und freuen uns, dass wir es testen dürfen. Es ist wahrscheinlich ideal für Anfänger und Familien, aber das passt perfekt.“ 

Alexander Glück (60) und Günther Speckenbach (68) besprechen ihre erste Fahrt.
Alexander Glück (60) und Günther Speckenbach (68) besprechen ihre erste Fahrt.(Bild: Andreas Tröster)

Und genau jene Zielgruppe will Eigentümer Strübler erreichen. Im Winter Skianfänger, im Sommer Familien und Radclubs, die den Start in die Trails wagen wollen. „Wir werden auch Kurse anbieten, schauen, dass wir für Familien etwas anbieten, das es sonst nirgends gibt in der Nähe.“ 

Der Andrang war riesig.
Der Andrang war riesig.(Bild: Andreas Tröster)

Sonja Frauenlob ist Mutter und mit ihrem Mann vom Koppler Mountainbikeclub sowie den drei Kids im Alter von 2, 5 und 8 Jahren beim Erst-Test in Faistenau vor Ort. „Mein Mann ist ja im Mountainbikeclub, darum sind wir heute hier. Für die Kids ist das super. Obwohl ich schon manchmal zittere, wenn sie sich da runter wagen.“

Mit ihrer Kleinsten testet Frauenlob den Zauberteppich, während die älteren Burschen den Schlepplift ausprobieren. Nicht sofort mit Erfolg, aber Trail-Bauer Gruber erklärt: „Im Prinzip ist es wie beim Skifahren: Du hängst den Lift halt am Lenker ein, er zieht dich hoch. Wenn der Lift stehen bleibt, fährt man leicht zurück, dann gibt's wieder einen Ruck und es geht weiter.“ Am Ende des Tages ist die Fahrt nach oben eben reine Übungssache. 

Im Vordergrund testet Sonja Frauenlob mit ihrer Tochter (2) den Zauberteppich.
Im Vordergrund testet Sonja Frauenlob mit ihrer Tochter (2) den Zauberteppich.(Bild: Andreas Tröster)

David Eisl ist Übungsleiter vom Radsportclub Wolfgangsee. Der Verein ist gleich mit über 20 Kids in allen Altersklassen angereist, um die Strecken zu testen. Auch er ist begeistert: „Wir trainieren normal zu Hause, auf einem Parkplatz und machen dann natürlich Ausflüge. Aber so ein Angebot in der Nähe ist jetzt schon etwas Besonderes.“ Ab 6 Jahren sind die Kids beim Radsportclub dabei. 

Nach sieben Jahren wird endlich aufgesperrt
Offiziell wird der Bikepark übrigens am 27. Juni eröffnet. Ab dann soll laut Strübler der Betrieb mit den geplanten Öffnungszeiten von Donnerstag bis Sonntag, ab 9.30 Uhr, starten. Der Liftbetreiber sagt aber auch: „Ich kann mir schon vorstellen, dass wir an gewissen Tagen länger offen haben, vielleicht auch Mittwoch aufsperren. Man muss sich das anschauen, wie es sich entwickelt.“ 

Der erste Test-Tag zeigt: Der Bike-Park dürfte ein echter Publikumsmagnet werden. Alle Testfahrer waren durchwegs begeistert. Das dürfte Strübler beruhigen: Schließlich stand er 2019 vor der Entscheidung: Ganz zusperren oder auch im Sommer etwas anzubieten. Wie die Entscheidung ausgefallen ist, ist offensichtlich. Sieben Jahre später kann er auch endlich aufsperren. 

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