Ressourcen fehlen

Förderbedarf an Pflichtschulen steigt stetig an

Oberösterreich
19.06.2026 13:00

Der Landesverband der Elternvereine schlägt Alarm: Während immer mehr Schüler Unterstützung brauchen, stagniert der Betreuungsschlüssel. In der Praxis würden Kinder nur mehr stundenweise beschult oder suspendiert werden. Die Politik sei gefordert, faire Bildung für alle möglich zu machen.

Wie aus einer schriftlichen Anfragebeantwortung durch Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) hervorgeht, hat sich die Zahl der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) in den vergangenen zehn Jahren um 28,8 Prozent erhöht. Saßen im Schuljahr 2015/16 noch 5095 Kinder und Jugendliche mit SPF in den Klassen, sind es im aktuellen schon 6561.

Gründe für Förderbedarf
Als Gründe nannte die Bildungslandesrätin in der vergangenen Landtagssitzung mehr diagnostizierte Fälle, eine höhere Inanspruchnahme des 10. bis 12. Schuljahres, veränderte gesellschaftliche Familien- bzw. Erziehungsbedingungen und psychische Belastungen durch Krisen und soziale Medien.

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Das ist so, als würde man eine Pflanze bekommen, dann deren hohen Lichtbedarf feststellen und die Pflanze anschließend in einer dunklen Ecke abstellen.

Daniela Schwabegger, Obfrau Elternverein

Betreuungsschlüssel stagniert
Was im Gegensatz zu der Zahl der Schüler mit SPF nicht angestiegen ist, sei der Betreuungsschlüssel für die Sonderpädagogik. Der liegt seit Jahren bei 2,7 Prozent, sollte laut dem Landesverband der Elternvereine aber schon im nächsten Schuljahr auf mindestens 3,1 Prozent angehoben werden. Wie sich der niedrige Betreuungsschlüssel in der Praxis auswirkt, beschreibt Obfrau Daniela Schwabegger: „Das aktuelle System nimmt wissentlich in Kauf, dass sich Kinder mit Beeinträchtigung nicht ihren Anlagen gemäß entfalten können.“

Suspendierungen steigen
Oft würden diese Schüler mangels Ressourcen nur stundenweise beschult und die Zahl der Suspendierungen steigt. Anlässlich der heute stattfindenden Landeshauptleutekonferenz im Tiroler Innsbruck fordern die Elternvertreter Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) auf, „beim Bund eine sofortige Aufstockung der Ressourcen und Lehrerstunden für Sonderpädagogik durchzusetzen.“ Die von Haberlander gelobten heurigen Investition in Höhe von 21,86 Millionen Euro im Bereich der Schulassistenz würden nur bedingt helfen.

Fachkräfte fehlen
„Assistentinnen leisten im Alltag unschätzbare Arbeit, können jedoch die spezifischen pädagogischen Förderungen durch Fachpersonal nicht ersetzen“, so Schwabegger. Wo diese im Falle einer Umsetzung herkommen sollen, wird spannend. Laut Gewerkschaftsangaben fehlen österreichweit bereits rund 4000 Fachkräfte.

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