Das Ende des Krieges an allen Fronten – auch im Libanon –, ein sofortiges Ende der Seeblockade, die Aufhebung aller Sanktionen sowie der allerdings noch nicht ausverhandelte Verzicht auf atomare Bewaffnung – diese Punkte stehen unter anderem im Abkommen, das noch am Mittwochabend von den Präsidenten der USA und des Iran unterzeichnet wurde.
Wie ein US-Regierungsvertreter bestätigte, unterzeichnete US-Präsident Donald Trump die Vereinbarung im Rahmen seines Dinners mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in Schloss Versailles, in das er nach dem Ende des G7-Gipfels in Evian gereist war. Auch der iranische Staatschef Masoud Pezeshkian habe seine Unterschrift getätigt, erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums. Es habe sich um eine elektronische Unterschrift gehandelt, eine Unterzeichnungszeremonie habe „nicht wirklich einen Platz“.
Ursprünglich hatte es geheißen, das Rahmenabkommen solle am Freitag in einem Luxushotel nahe der Stadt Luzern unterzeichnet werden. Am Mittwoch kündigte Trump, der sich wegen des G7-Gipfels in Europa aufhält, an, dass es bereits am Donnerstag so weit sein könnte. Schlussendlich wurde es dann sogar noch der Mittwochabend. Wie das US-Portal „Axios“ berichtete, könnte der Grund sein, weil so auch die Straße von Hormuz früher als geplant geöffnet würde.
Die wesentlichen Punkte des Abkommens
Nur wenige Stunden vor der Unterzeichnung war bekannt geworden, was in dem Abkommen zwischen den USA und dem Iran steht. Ein hochrangiger US-Vertreter las den entsprechenden Text vor. Zuvor hatten die Nachrichtenagenturen Al-Arabija in Saudi-Arabien und Bloomberg in den USA bereits wesentliche Auszüge aus dem 14-Punkte-Deal veröffentlicht:
Sofort nach Unterzeichnung erteilt das US-Finanzministerium Ausnahmegenehmigungen für den Export iranischen Rohöls sowie von Erdölerzeugnissen und Derivaten. Diese Ausnahmen sollen auch für alle damit verbundenen Dienstleistungen gelten wie Banktransfers, Versicherungen und Transport.
Zukunft des iranischen Atomprogramms wird erst jetzt verhandelt
Die Einigung auf das Rahmenabkommen für eine Beendigung des Ende Februar durch US-israelische Angriffe gestarteten Iran-Kriegs wurde international mit großer Erleichterung aufgenommen. Allerdings sollen schwierige Fragen – unter anderem über die Zukunft des iranischen Atomprogramms – erst nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens in Angriff genommen werden. Dafür ist eine 60-tägige Verhandlungsperiode vorgesehen.
„Es ist nun an der Zeit, die Umsetzung dieser Vereinbarung unter Beweis zu stellen“, erklärte Iran-Sprecher Esmaeil Bakaei am Mittwochabend.
Das für Freitag geplante Treffen in der Schweiz solle aber trotzdem stattfinden, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen.
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