Oberösterreich sei Europameister im Flächenverbrauch, es würden hier 4,5 Hektar pro Tag versiegelt: Laut dem zuständigen Landesrat Markus Achleitner sind solche Meldungen schlicht falsch. Im Gegenteil: Das Land weise bereits 65.000 Hektar an geschützten Grünzonen aus – und nun kommen 32.000 Hektar dazu.
Kritiker wie Umwelt-NGOs, die Grünen oder auch die Hagelversicherung: Sie alle würden mit falschen Zahlen jonglieren, sagt Raumordnungslandesrat Markus Achleitner (ÖVP). Seit vor einigen Jahren im Rahmen der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) ein gesamtstaatliches Monitoring mit Zahlen der Bundesumweltamts geschaffen wurde, gebe es nun aber eine verlässliche Datengrundlage. Und die zeige: In OÖ ist die Flächeninanspruchnahme im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent zurückgegangen – der zweithöchste Wert im Bundesländervergleich hinter Wien (5,7%).
Regionale Grünzonen sind Grünlandbereiche, die zur Siedlungsgliederung und zum Erhalt eines regionalen Grün- und Freiraumnetzes per Verordnung des Landes vor weitergehender Baulandentwicklung geschützt sind.
Täglich werden 1,2 Hektar umgewidmet
Laut diesen Daten werden in Oberösterreich täglich 1,2 Hektar Grün- in Bauland umgewidmet und davon etwa die Hälfte versiegelt. Das sei für ein Industriebundesland ein toller Wert, findet Achleitner. Er gab am Mittwoch bekannt, dass künftig weitere Grünflächen im Land vor Bebauung geschützt werden sollen. Zu den drei bestehenden regionalen Grünzonen im Gesamtausmaß von 65.000 Hektar (Linz-Umland, Wels-Grieskirchen und Eferding) kommen zwei neue dazu: Ried im Innkreis (knapp 18.000 Hektar) und Gmunden-Vöcklabruck (14.000 Hektar). „Damit wird eine Fläche von rund 100.000 Hektar – das ist so viel wie 144.000 Fußballfelder – vor der Umwidmung in Bauland geschützt“, sagt Achleitner.
Ziel sei es u. a., ökologisch wertvolle Grünstrukturen, etwa entlang von Gewässern und zusammenhängende Waldgebiete zu erhalten, erklärt Michael Resch von der Abteilung Raumordnung des Landes OÖ. In den Prozess, welche Gebiete geschützt werden sollen, seien auch die Gemeinden intensiv eingebunden.
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