Kritik am Doppelbudget

IV-Präsident geht mit Regierung hart ins Gericht

Oberösterreich
16.06.2026 20:00

Präsident Thomas Bründl sieht bei der Vollversammlung seiner Industriellenvereinigung in Oberösterreich trotz der Lohnnebenkostensenkung kaum Positives am Doppelbudget der Bundesregierung.

Das Stimmungsbild ist recht eindeutig: 83 Prozent der rund 150 CEOs und Unternehmer, die Dienstagnachmittag an der Vollversammlung der Industriellenvereinigung Oberösterreich teilnahmen, sind mit der Bundesregierung wenig bis gar nicht zufrieden. Als größtes Problem nannten die Firmenchefs bei der Umfrage die Personalkosten, gefolgt von den Steuern, dem Verwaltungsaufwand und dem unsicheren globalen Umfeld.

„Verschuldung steigt weiter“
Auch Thomas Bründl, seit einem Jahr Präsident der Industriellenvereinigung in Oberösterreich, ging mit der Regierung beim anschließenden Pressegespräch hart ins Gericht: „Mit dem Doppelbudget wird nur die Verschuldungsdynamik gebrochen, aber die Verschuldung steigt weiter.“ Die von Wirtschaftstreibenden so lange geforderte Lohnnebenkostensenkung bezeichnet Bründl als „linke Tasche, rechte Tasche“, denn die Unternehmen würden sich diese durch die Maßnahmen zur Gegenfinanzierung selbst bezahlen.

Bründl fordert unter anderem „mehr Markt und weniger Staat“ sowie Anreize für eine „Verhaltensänderung“: „Wenn jemand bereit ist, mehr zu arbeiten, soll er davon profitieren.“ Allzu konkrete Vorschläge für Maßnahmen blieb der Industrie-Vertreter aber schuldig.

Zur Urne geschritten wurde bei der Vollversammlung am Dienstag übrigens nicht: Eine Periode in der Industriellenvereinigung OÖ dauert drei Jahre – und Bründl sowie das restliche Präsidium wurden erst im vergangenen Jahr gewählt.

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