Russe in Polen getötet

Tusk: „Hinweise“ deuten auf „politischen Mord“ hin

Außenpolitik
17.06.2026 13:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Erst am vergangenen Freitag hatte der russische, Putin-kritische Künstler vor der russischen Botschaft in Berlin mit einer Karikatur demonstriert (Video siehe unten). Es folgten schlimme Drohungen, wenige Tage später war er tot. Ministerpräsident Donald Tusk spricht von „politischem Mord“. 

Robert Kusowkow hatte sich unter dem Pseudonym Semjon Skrepezki mit Spottzeichnungen über Kremlchef Wladimir Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder Sowjetdiktator Josef Stalin einen Namen gemacht. Er veräppelte den Anführer der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, aber auch russische Oppositionelle. Seit 2021 lebte er in Polen.

Am Montag wurde der 44-Jährige in der Kleinstadt Biala Podlaska auf einem Parkplatz niedergeschossen. Als er am Boden lag, gab der bisher unbekannte Schütze „aus nächster Nähe zwei weitere Schüsse ab“, wie der Sprecher Marcin Kozak nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP erklärte. Über das Opfer des Anschlags führte er aus: „Er war künstlerisch tätig und äußerte dabei Kritik an den aktuellen Handlungen und Maßnahmen der Behörden der Russischen Föderation.“

Männer aus Belarus wieder auf freiem Fuß
Nach den Worten des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen „politischen Mord“. Falls dieser von Moskau in Auftrag gegeben worden sei, „dann ist dies auch eine sehr ernste Angelegenheit mit internationaler Dimension“, erklärte Tusk am Mittwoch und sprach von „Staatsterrorismus“. Sowohl die polnische Polizei als auch der Inlandsgeheimdienst hätten Skrepezki Schutz angeboten, er habe diesen jedoch aus unbekannten Gründen abgelehnt. 

Zwei festgenommene Männer aus Belarus seien wieder auf freien Fuß gesetzt worden, so Tusk weiter. Es gebe keine Beweise, dass sie direkt an der Tat beteiligt gewesen seien.

Warnung vor Anschlägen auf russische Regimegegner
Sicherheitsbehörden in mehreren europäischen Ländern hatten vor möglichen Anschlägen auf russische Regierungsgegner im Exil gewarnt oder solche Attentate verhindert. In Spanien wurde 2024 ein russischer Militärpilot erschossen, der sich mit seinem Helikopter im Jahr zuvor in die Ukraine abgesetzt hatte.

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