Ein Ausflug ins Schwimmbad kann schnell gefährlich werden. Weil Kinder meistens ganz leise ertrinken, müssen sie wissen, wie sie sich im Notfall selbst helfen. Eine Aktion in den Volksschulen zeigt vor, wie das geht. Vom Verein „Sicheres Vorarlberg“ gibt es wertvolle Tipps für Eltern.
„Ertrinken ist eine der häufigsten Unfallursachen mit tödlichem Ausgang bei Kindern“, warnt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Bei neun von zehn Badeunfällen mit Kindern seien zwar Erwachsene dabei, diese würden aber zu spät eingreifen, weil sie zuvor kurz abgelenkt waren. Umso wichtiger sei es, Kindern früh Fähigkeiten für den Notfall mitzugeben.
Wasser-Sicherheits-Check an den Volksschulen
Damit Kinder keine Panik bekommen, organisieren die Zuständigen von „Sicheres Vorarlberg“ zusammen mit der Initiative „Vorarlberg >>bewegt“ jedes Jahr den Wasser-Sicherheits-Check an den Volksschulen. In drei Doppelstunden lernen die Kinder, wie sie überleben. Sie müssen dabei drei Aufgaben hintereinander ohne Pause schaffen: Zuerst rollen sie vom Beckenrand direkt ins tiefe Wasser. Danach halten sie sich eine Minute lang ganz ruhig über Wasser. Zum Schluss schwimmen sie 50 Meter weit und klettern ohne Leiter allein aus dem Becken.
„Kann sich ein Kind nach einem Sturz ins Wasser eine Minute über Wasser halten, steigen die Chancen enorm, Hilfe zu rufen oder sich selbst zu retten“, erklärt Mario Amann von „Sicheres Vorarlberg“. In diesem Schuljahr machen 1250 Kinder aus 44 Vorarlberger Volksschulen mit. Fast drei Viertel bestehen den Test. Besonders bemerkenswert ist, dass auch ein Viertel der Nichtschwimmer die Aufgaben schafft.
Drei Übungen sollen die Mädchen und Buben vor dem Ertrinken retten. Einen Übungszettel gibt es in den Vorarlberger Schwimmbädern, zum Herunterladen auf www.sicheresvorarlberg.at sowie bei „Vorarlberg >>bewegt“ oder per E-Mail-Anfrage an info@sicheresvorarlberg.at.
Damit das Gelernte sitzt, gibt es ab jetzt eine einfache, kostenlose Anleitung für zu Hause. Eltern können die drei Übungen ganz gemütlich beim nächsten Schwimmbadbesuch mit ihren Kindern ausprobieren. „Wir möchten Eltern nicht verunsichern, sondern befähigen“, betont Mario Amann. Das stärke die Fähigkeiten der Kinder und das Sicherheitsbewusstsein auf beiden Seiten. Trotzdem bleibt die elterliche Aufsicht unverzichtbar. „Die Aufsichtspflicht liegt im Schwimmbad bei den Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten – nicht beim Bademeister“, stellt Ewald Petritsch, Sprecher der Vorarlberger Bäderbetreiber, klar.
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