Am Cargo Terminal südlich von Graz wird es eng. Das Transportvolumen hat eine Größe erreicht, die erst in mehreren Jahren erwartet wurde. Teilweise gibt es Kapazitätsengpässe im Betrieb, Lkw stehen im Rückstau. Die Verantwortlichen reagieren mit Sofortmaßnahmen und wollen einen weiteren Ausbau.
Erst im Jahr 2024 wurde der Cargo Terminal, an der Pyhrnautobahn im „Drei-Gemeinden-Eck“ Werndorf-Wundschuh-Kalsdorf gelegen, ausgebaut. Damals wurde der Schwerpunkt auf die Verlagerung der Güter auf die Schiene gelegt. Nur zwei Jahre später gibt es Kapazitätsengpässe, wie das Unternehmen am Montag mitteilt.
Ein Grund: Die Bedeutung der Adriahäfen wie Koper oder Triest und der südlichen Transportkorridore hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gleichzeitig gab es ein starkes Wachstum im kombinierten Güterverkehr. Daher wurde 2024 der Terminal B in Betrieb genommen, er ist gezielt auf die Abwicklung des kombinierten Verkehrs, also die Kombination von Schiene und Straße, ausgerichtet.
Prognosen deutlich übertroffen
Die aktuelle Markentwicklung übertrifft aber die damaligen Prognosen deutlich, so die Terminalbetreiber. Das Transportvolumen erreichte heute Mengen, die ursprünglich erst in mehreren Jahren erwartet wurden. Besonders seit dem letzten Quartal des Vorjahres ist die Nachfrage nach Containertransporten über die südlichen Häfen und die Schiene sprunghaft angestiegen.
Als Folge wird die Kapazität des Terminals sowie der Schieneninfrastruktur derzeit außergewöhnlich stark beansprucht. „Trotz maximaler Auslastung der vorhandenen Umschlagseinrichtungen, Gleisanlagen und Betriebsprozesse können die steigenden Mengen nicht mehr vollständig über den Schienenverkehr abgewickelt werden“, heißt es.
Vor allem wenn Schiffe nicht planmäßig oder kurzfristig an den Seehäfen ankommen, müssen größere Mengen gleichzeitig weitertransportiert werden. Die Container kommen dann per Lkw zum Terminal, an Spitzentagen ist es das Volumen von vier je 600 Meter langen Zügen! Das führt zu einem temporären Rückstau im Zufahrtsbereich. Um den laufenden Betrieb sowie die pünktliche Abfertigung der Züge sicherzustellen, ist es daher zeitweise notwendig, die Lkw-Annahme zu dosieren oder kurzfristig zu unterbrechen.
Weiterer Ausbau notwendig
Die Steiermärkischen Landesbahnen als Terminalbetreiber setzen nun eine Reihe kurz- und mittelfristiger Maßnahmen um, darunter die weitere Digitalisierung der Anliefer- und Abholprozesse, die Einführung eines digitalen Check-in-Systems für Lkw und eine verbesserte Planung von Containerbewegungen. Da aber die Gütermenge weiter steigen werden, wird an einem weiteren Ausbau wohl kein Weg vorbeiführen.
Konkrete Pläne wurden bereits im März mit Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) präsentiert. Laut den Geschäftsführern der Güterterminal Werndorf Projekt GmbH, Reinhard Hinrichs und Heimo Kniechtl, soll noch heuer ein weiterer Kran errichtet werden. Die Umschlagsflächen und Schieneninfrastruktur soll um 20 Hektar wachsen, zudem ist ein Wartebereich für Lkw inklusive der von der EU geforderten Elektro-Ladeinfrastruktur geplant.
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