Im 35. Jubiläumsjahr des Sensationsfundes am Tisenjoch tagten hochkarätige Wissenschaftler beim 1. Archäologie Forum in Umhausen.
Für den 5300 Jahre alten Mann vom Tisenjoch sind 35 Jahre bestenfalls ein Wimpernschlag, nicht für uns. So lange ist es nämlich schon her, dass die Gletschermumie, Ötzi genannt, entdeckt wurde. In Umhausen wurde nicht lange gefackelt und das „Ötzi Dorf“ errichtet. 200.000 Besucher zählte man in den ersten drei Jahren – eine goldrichtige Idee also.
Internationale Experten dabei
Eine neue Idee hatte der „Verein für prähistorische Bauten und Heimatkunde“ im heurigen Jubiläumsjahr: das 1. Archäologie Forum. Für diese Tagung konnte der wissenschaftliche Leiter des Ötzi-Dorfes, Univ.Prof. Walter Leitner, weitere vier internationale Experten gewinnen: Albert Hafner (Uni Bern), Kurt Nicolussi (Uni Innsbruck), Andreas Putzer (Südtiroler Archäologiemuseum) und Gletscherarchäologe Hubert Steiner.
„Es wurde zwar um Ötzi sehr viel geforscht, doch die Gletschermumie wirft immer noch Fragen auf“, sieht Leitner nach wie vor Gründe, um weiterzuforschen. Für die fünf Referenten waren die zwei Tage auch ein Verknüpfen der einzelnen Forschungstätigkeiten: Die Eisfunde vom Schnidejoch in der Schweiz wurden von Hafner verglichen, Nicolussi sprach über neue Analysen an Hölzern, Leitner referierte über die letzte Stunde des Eismannes, Putzer über archäologische Spuren an der Ötzi-Fundstelle und Steiner über Gletscherarchäologie in den Ötztaler Alpen.
Die Runde zeigte sich über die Erkenntnisse hocherfreut. Nicht so der Veranstalter, der geringes öffentliches Interessen realisieren musste. Leonhard Falkner: „Wir haben daraus gelernt, sollten wir das Forum wiederholen.“
Hubert Daum, Kronen Zeitung
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