Ein in Salzburg lebender Rumäne (17) musste sich am Freitag dem Raub-Vorwurf im Landesgericht stellen. Das Opfer: ein erst 13 Jahre alter Bub. Er sei wütend gewesen und wollte ihn schlagen, erzählte der arbeitslose Angeklagte und raubte dabei Handy und Bankomat-Karte. Das Motiv war offenbar Eifersucht.
Mit seiner Freundin und weiteren teils unmündigen Jugendlichen war der 17-Jährige am 9. Februar in der Nähe eines Einkaufszentrums im Süden der Stadt Salzburg. Ein ihm bekannter 13-Jähriger fuhr mit seinem E-Scooter vorbei, als es zum Streit zwischen den beiden kam: „Ich habe ihn angemacht und wollte ihn schlagen“, gab der 17-Jährige gegenüber der Vorsitzenden zu. Der 13-Jährige lief daraufhin weg, bekam aber einen Tritt vom Angreifer verpasst, und danach noch einen Schlag gegen den Hinterkopf. Daraufhin forderte der Rumäne unter Gewaltandrohung das Handy sowie die Bankomatkarte des 13-Jährigen, und verlangte dabei auch den PIN-Code.
Vater von Opfer konfrontierte Angreifer
Kurze Zeit später kam es zu einem Aufeinandertreffen zwischen dem Räuber und dem Vater des Opfers. Der Angeklagte retournierte die Beute. Trotz der Rückgabe handle es sich aber um einen Raub, betonte der Staatsanwalt beim Prozess. Und der Ankläger zeigte sich auch etwas verwundert über das Motiv: „Sie waren eifersüchtig auf einen vier Jahre jüngeren Buben?“ Der 17-Jährige nickte und legte ein reumütiges Geständnis ab.
Das Gericht gab ihm aufgrund seiner strafrechtlich weißen Weste eine zweite Chance: Sechs Monate Haft auf Bewährung lautete das bereits rechtskräftige Urteil. Zudem erteilte die Richterin ihm eine klare Weisung: Er muss den Schulabschluss machen und nachweisen. Eine Lehre hatte er im April nach nur zwei Wochen abgebrochen.
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