In der Weststeiermark

Grüner Wasserstoff: Jetzt kommt erste Großanlage

Steiermark
12.06.2026 11:03
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Die Energie Steiermark verkündete am Freitag eine Großinvestition: In Bergla entsteht eine große Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff, erster Abnehmer ist der nahe Industriebetrieb Wolfram. 25 Millionen Euro werden investiert. Weitere ähnliche Anlagen sollen folgen. 

Die Vertragsunterzeichnung zum Bau der Anlage erfolgte im Beisein von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Kein Zufall: Sein Ministerium fördert das Großprojekt über die nächsten zehn Jahre mit in Summe 28,5 Millionen Euro. Hattmannsdorfer spricht von einer „Schlüsseltechnologie“ und einem „klaren industrie- und klimapolitischen Signal“.

Der Bau der Elektrolyse-Anlage beginnt im Herbst und soll Ende nächsten Jahres fertig sein. Geplant ist eine Leistung von fünf Megawatt, jährlich sollen bis zu 750 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden. Ein Großteil der dafür benötigten Energie stammt aus den neuen Windparks der Energie Steiermark im Bezirk Deutschlandsberg (Freiländeralm, Soboth). Die CO₂-Einsparung wird mit bis zu 8500 Tonnen pro Jahr angegeben.

Industriebetrieb Wolfram ist erster Abnehmer
Als Pilotkunde fungiert die Wolfram Bergbau und Hütten AG, ein weltweit führender Anbieter von hochwertigem Wolframpulver. Vom Wasserstoff-Produktionsstandort wird eine rund ein Kilometer lange Leitung zum Industriegebiet um St. Martin im Sulmtal führen. Eine spätere Einbindung in die Pipelines der europäischen Wasserstoff-Netze ist eingeplant, eine Erweiterung der Anlage denkbar. 

Für Wolfram ist die Versorgung mit grünem Wasserstoff ein wichtiger Schritt, um das Ziel, bis 2050 mit netto null Emissionen zu bilanzieren, zu erreichen. „Mit der Pilotanlage in Gabersdorf (auch dort ist Wolfram Kunde, Anm.) sowie der Gründung einer eigenen Wasserstoff-Gesellschaft im vergangenen Jahr hat die Energie Steiermark erste wichtige Schritte für die Auseinandersetzung mit dem Thema gesetzt“, sagen die Vorstände Martin Graf und Werner Ressi. Die Erfahrungen aus der Weststeiermark sollen Basis für weitere Partnerschaften in Sachen Wasserstoff nützen. 

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