Am Wörthersee

Naturjuwel Buberlemoos wird zehn Jahre geschützt

Kärnten
05.06.2026 16:00

Das Buberlemoos bleibt eine grüne Oase am Wörthersee. Nachdem sich Investoren mit dem Bauprojekt Blaue Lagune am Buberlemoos in Pörtschach zurückgezogen haben, greift jetzt die Gemeinde durch. Das Örtliche Entwicklungskonzept schützt das Naturjuwel zehn Jahre vor einer Verbauung. 

Der Gemeinderat von Pörtschach hat  einstimmig ein neues Örtliches Entwicklungskonzept (ÖEK) beschlossen. „Der Prozess und das Ergebnis ist in vieler Hinsicht hervorragend“, strahlt Gabriele Hadl, Gemeinderätin der Grünen. Das ÖEK gilt laut Raumordnungsgesetz für zehn Jahre. Keine Umwidmungen in Bauland sind in dieser Zeit mehr möglich.

Schilf statt Luxuswohnungen. Die Gemeinde schützt das Buberlemoos.
Schilf statt Luxuswohnungen. Die Gemeinde schützt das Buberlemoos.(Bild: Gabriele Hadl)
Die Grünen mit Gabi Hadl, Leonore Gewessler und Olga Voglauer strahlen über den Beschluss.
Die Grünen mit Gabi Hadl, Leonore Gewessler und Olga Voglauer strahlen über den Beschluss.(Bild: Martina Prewein)

Buberlemoos bleibt unverbaut
Das Buberlemoos mit zwei Hektar Größe  ist eines der letzten Moore am stark bebauten Wörthersee. Der Schilfgürtel, wo die Feuchtfläche in den See übergeht, dient Fischen, Wasservögeln und Windelschnecken als Brut- und Nestbereich. Fledermäuse, Greifvögel, Spechte, Graugänse, Rohrdommeln, Haubentaucher und Silberreiher können hier beobachtet werden. Im Frühsommer kann man zahlreiche Amphibien- und Heuschreckenarten hören und den typische Torfgeruch riechen. Seltene Pflanzenarten blühen und grünen den Sommer hindurch. Das Areal – Feuchtgebiet, Magerwiesen, Schilfgürtel – ist von Bahn, Spazier- und Radwegen schön einzusehen und prägt das Bild der Wörtherseegemeinde als Kurort.

Blaue Lagune-Bauprojekte sind vom Tisch
Das Buberlemoos war immer für die Natur gesichert, in den letzten Jahren  standen jedoch große Bauprojekte zur Diskussion. Geplant waren künstliche Wasserflächen und Einfamilienhäuser, das umstrittene Luxus-Lagunenprojekt am Buberlemoos ist jetzt vom Tisch. Die Projektwerber zogen ihre Anträge zurück. Die Gemeinde Pörtschach hat das Areal nun geschützt.

Die Grünen haben jahrelang für den Naturschutz auf diesem Gelände gekämpft, Gemeinderätin Gabi Hadl ist die Sprecherin der Initiative Rettet das Buberlemoos. „Es ist ein starkes Zeichen für die Bevölkerung, dass wir uns in dieser Sache intern geeinigt haben und gemeinsam aufgetreten sind“, sagt Hadl.

„Gemeinde und Land müssen sich jetzt nicht mehr alle paar Jahre mit neuen Anträgen für unrealistische Mega-Projekte herumschlagen. Stattdessen kann man das Moor und seine Umgebung wieder aufleben und erlebbar machen. Natur für alle statt Profit für wenige. Jetzt beginnt der schöne Teil unserer Arbeit. Das Buberlemoos soll wieder zum Pörtschacher Dschungel und Naturparadies werden, das es war“, sagt Hadl.

Ausverkauf der Heimat bleibt Pörtschach erpart
Auch die FPÖ setzt sich bereits seit 2021 für das Buberlemoos ein. „Die gemeinsamen Bemühungen haben dazu geführt, dass das Buberlemoos langfristig erhalten bleibt. Der Ausverkauf unserer Heimat konnte in diesem Fall verhindert werden“, so Gemeinderat Florian Pacher. „Die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Gebiets wurde bestätigt. Es braucht daher endlich konsequente Renaturierungsmaßnahme, damit sich wieder eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt im Naturjuwel entwickeln kann“, betont Pacher. Für den dauerhaften Erhalt naturbelassener Flächen für die Bevölkerung sei zudem ein Ankauf durch die öffentliche Hand anzustreben.

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