Nachdem Schichtarbeiter im Linzer Chemiepark den Gashahn für einen Teil der Betriebe abgedreht hatten, sollen weitere Streiks folgen. Aber nicht nur in Linz, es sind landesweit bis zu 20 Firmen betroffen. Im Lohnstreit sind die Positionen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber jedenfalls weit auseinander.
Das sei eine Warnung an die Arbeitgeber, dass man bereit ist, den Arbeitskampf weiter eskalieren zu lassen, sollte am 11. Juni kein Ergebnis zustande kommen, mit dem die Gewerkschafter leben können. Die Arbeitnehmerseite fordert bekanntlich ein Gehaltsplus von drei Prozent, die Arbeitgeber boten 0,5 Prozent und eine Einmalzahlung.
Seitens der Gewerkschaft sind weitere Arbeitsniederlegungen in bis zu 20 Firmen in Oberösterreich – von der Pharma- bis zur Lackindustrie – in der kommenden Woche angedroht.
Es war ein Warnschuss, damit wir zeigen, wozu wir fähig sind. Gibt es keinen Abschluss, kann ein Streik auch unbefristet ausgerufen werden.

Wolfgang Gerstmayr, GPA Oberösterreich
Bild: Horst Einöder/Flashpictures
Düngemittel-Rohstoffproduktion stillgelegt
Eskalation ist offenbar derzeit das Schlagwort bei den stockenden Verhandlungen zum Kollektivvertrag der chemischen Industrie. Nachdem am 28. Mai die Zufahrt zum Chemiepark Linz zwei Stunden lang unangekündigt blockiert worden war – wenig später gab’s auch in Lenzing spontane Arbeitsniederlegungen – drehten in der Nacht zum Fronleichnamstag die Schichtler im Chemiepark Linz den Gashahn ab. Konkret trat die Frühschicht, die ab fünf Uhr in Dienst geht, der LAT Nitrogen des „zentralen Leitstandes“ in den Streik und fuhr die Anlage herunter.
Damit war die Gaslieferung für den Düngemittelproduzenten gekappt und die Produktion von Ammoniak, ein Grundstoff fürs Endprodukt, unterbrochen. Ammoniak liegt aber im Chemiepark auf Lager, damit konnte die Düngemittelproduktion weiterlaufen.
Genug Gas für Rest des Chemieparks
In den meisten anderen Teilen des Chemieparks war dieser Streik nicht spürbar, da das Gas, das etwa für Verbrennungsöfen erforderlich ist, durchgelassen wurde. „Es war ein Warnschuss. Es wäre auch leicht möglich, den gesamten Betriebsstandort de facto stillzulegen“, sagt Wolfgang Gerstmayr, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) in Oberösterreich.
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