Nach der Debatte über Schützinnen mit Gewehr gibt es nun schon wieder eine Geschlechter-Debatte bei den Schützen. Ein Mann als Marketender gefällt vielen nicht. Markus Gassler, Chef vom Dienst bei der „Tiroler Krone“, hat sich dazu glasklare Gedanken gemacht.
„Die Tiroler Schützen leben die Demokratie!“ So lautete der Titel einer „Gassler Glasklar“-Kolumne, die am 26. Jänner erschienen ist. Und zwar als Reaktion auf die Abstimmung des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, ob es künftig Schützinnen, also Frauen mit Gewehr, bei den Kompanien geben soll. Bei einer Wahlbeteiligung von 92 Prozent haben sich damals 87 Prozent gegen Gewehrträgerinnen ausgesprochen. Auch wenn das Ergebnis nicht allen geschmeckt hat – doch das ist gelebte Demokratie.
Dass nun aber, wie medial mehrfach berichtet, nun eine Musikkapelle von einem Bezirksschützenfest ausgeladen wurde, weil sie Marketender in ihren Reihen hat, ist alles andere als demokratisch. So geschehen in Hall, wo der Schützenbezirk die Speckbacher Musik ausgeladen hat.
Und zwar aus dem einfachen Grund, weil man Angst davor hat, dass die Schützinnen-Debatte wieder hochkocht. Ein Mann in einer (traditionell) klassischen Frauenrolle geht scheinbar genauso wenig wie eine Frau mit Gewehr. PS: Er ist übrigens nicht der einzige Marketender bei der Haller Musikkapelle!
Verbindendes vor Trennendes stellen
Dazu meldete sich auch Landeskommandant Thomas Saurer mit einem offenen Brief zu Wort und verwies auf die Autonomie der einzelnen Kompanien. Solche Entscheidungen seien zu respektieren, doch er wünscht sich schon, dass man das Verbindende vor das Trennende stellen und Brücken bauen sollte.
Wir leben nicht mehr im Mittelalter
Sprich: Hört endlich mit diesem Kindergarten-Getue auf und lasst uns die Feste feiern, wie sie fallen. Aber nicht wie im Mittelalter, sondern so bunt und tolerant, wie es eben dem Jahr 2026 entspricht.
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