Gleich vorweg: Nicht jede Auseinandersetzung am Arbeitsplatz ist als knallhartes Hinausekeln zu werten. In vielen Fällen handelt es sich um produktive Konflikte oder gar um positive Kritik, die sich schnell verdauen und oft auch ganz alleine lösen lassen - üblicherweise durch Kompromisse. Werden Streitereien jedoch ignoriert, bleiben Missverständnisse zurück.
Schrillende Alarmglocken
Die Liste der Anzeichen dafür, dass ein Konflikt nicht mehr ohne Hilfe von Außenstehenden gelöst werden kann, ist lang: Schlafstörungen, ein Gefühl der Hilflosigkeit, Sprachlosigkeit, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Motivation auf dem Nullpunkt usw. In diesen Fällen besteht große Gefahr, dass das Problem bösartig wird und wirklich schlimme Folgen wie z.B. Mobbing haben könnte.
Die häufigsten Ursachen
Zu den häufigsten Konfliktursachen zählen Informationsmangel, Stress und Termindruck, unklare Aufgaben, nicht erfüllbare Aufträge, mangelnde Anerkennung, fehlende Kooperation, grobe Umgangsformen sowie Führungsmängel (d.h. Vorgesetzte kümmern sich nicht ums Arbeitsklima und heizen Konflikte durch ihr Verhalten zusätzlich an).
Auf eigene Faust
Vieles kann durch klärende Gespräche entschärft werden, sofern alle Beteiligten dazu bereit sind. In spontanen, schlecht vorbereiteten Gesprächen besteht allerdings die Gefahr, emotional zu werden und den eigenen Standpunkt nur schlecht ausdrücken zu können. Oft ist aber auch ein reinigendes Gewitter genau das, was am meisten hilft. Die streitenden Parteien dürfen sich dabei auch ruhig anschreien, denn dabei verpufft der Ärger, weil Emotionen auch Luft gemacht wird. Wichtig ist nur, danach das klärende Gespräch zu suchen und in gereinigter Atmosphäre wieder zueinander zu finden. Am besten ist es, du vereinbarst einen Termin, auf den sich alle Parteien vorbereiten können.
Strategien zur Konfliktlösung
Im Umgang mit Konflikten hat sich laut Experten-Infos der Arbeiterkammer besonders bewährt, sich erstens über die eigenen Wünsche im Klaren zu sein. Je genauer du dein Problem kennst, desto besser kannst du es an der Wurzel packen und eine Wiederholung eventueller Fehler vermeiden. Außerdem wäre es unklug, auf jede Provokation einzugehen. Rede lieber dann, wenn du etwas Konstruktives zu sagen hast und warte dafür den geeigneten Zeitpunkt ab. Auch die Leistungen anderer anzuerkennen, wirkt Wunder. Deshalb bist du noch lange kein Speichellecker.
Wenn es alleine nicht mehr geht...
Falls das klärende Vier-Augen-Gespräch nichts bringt, wende dich an deinen Betriebsrat oder an einen Vorgesetzten. Fühlst du dich von allen in Stich gelassen, kontaktierte am besten die AK oder andere Beratungsstellen. Zusätzlich bieten Bücher, Sendungen, Vorträge, Seminare usw. viele wichtige Informationen.
Übrigens: Menschen, die in einem Konfliktfall um Hilfe gebeten werden, fühlen sich meist aufgefordert, für einen der beiden Gegner Partei zu ergreifen. Wer wirklich helfen will, sollte genau das nicht tun. Klärend wirkt in jedem Fall geduldiges Zuhören!
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