Landarbeiterkammer

Heftiger Streit um Kosten nach „Wahl ohne Wähler“

Niederösterreich
05.06.2026 05:00

Nicht einmal die Landarbeiter selbst hatten am vergangenen Sonntag großes Interesse an der Wahl ihrer Standesvertretung in Niederösterreich gezeigt. Umso größer sind jetzt die Unstimmigkeiten, wer künftig die Kosten für solche Urnengänge zu tragen hat.

„Es ist keine große Kunst, das Geld anderer auszugeben!“ Mit scharfen Worten spitzt Andreas Kollross den Streit um die Landarbeiterkammer-Wahl in Niederösterreich zu. Der Präsident des SPÖ-Gemeindevertreterverbandes (GVV) reagiert damit auf die saloppe Replik von Kammer-Präsident Andreas Freistetter auf die Kritik, dass die Abwicklung der Wahl zu finanziellen Lasten der Kommunen gehe. Freistetter hatte ja entgegnet: „Es geht nur um zwei Stunden alle sechs Jahre.“

Präsident gegen Präsident
Der Präsident wisse offenbar nicht, „wie seine eigene Wahl abläuft“, mutmaßt Kollross jetzt in einem offenen Brief an Freistetter. Darin weist er dessen Behauptung, die Landarbeiterkammer erstelle die Wählerverzeichnisse selbst, zurück: „Im Sommer erhielten die Gemeinden Teile der Wählerverzeichnisse. Dann mussten wir überprüfen, ob die Menschen noch im Ort leben, weggezogen oder verstorben sind.“

Teure Sonntagsstunden
In weiterer Folge musste die Wahlbehörde konstituiert werden. Kollross: „Zuständig ist die Gemeinde.“ Und für die Abstimmung selbst musste man Wahlzellen auf- und abbauen und den Wahlakt an die Bezirksbehörde übermitteln. „Summa summarum bedeutete das allein in meiner Gemeinde Trumau einen zeitlichen Aufwand von zwölf Stunden“, rechnet Kollross vor: „Ein Großteil davon an einem Sonntag mit entsprechendem Überstundenzuschlag.“ Bezahlen müsse das die Kommune.

Landesweiter Aufwand
Und der Sozialdemokrat legt noch nach. In Niederösterreich gebe es schließlich 573 Städte und Gemeinden, wo dasselbe Prozedere stattgefunden habe: „Wir reden daher nicht mehr über zwölf Stunden, sondern über 6876 Stunden, die von den Gemeinden für die Landarbeiterkammerwahl aufgewendet wurden.“ Das entspreche der jährlichen Arbeitsleistung von vier Vollzeitbeschäftigten, schließt der GVV-Präsident – und fragt: „An wen dürfen wir die Rechnung schicken?“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Niederösterreich
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung