Neue Idee gegen Hitze

Baden für alle im Donaukanal zum Nulltarif

Wien
01.06.2026 10:52

Nach über 100 Jahren soll auf einer Badeinsel mitten in der Stadt wieder geplanscht werden. Doch die Bürokratie schwimmt mit.

Schwimmen im Donaukanal ist an sich nichts Neues. Schließlich gab es hier schon in den 1920er-Jahren öffentliche Schwimmbäder auf Flössen (Strombäder) und es wurde auch wild geschwommen. Das Ufer des Kanals wurde damals sogar als „Riviera der Arbeiterklasse“ bezeichnet. Doch zurück ins hier und jetzt.

In Wien wurde das Schwimmen im Donaukanal bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts von weiten ...
In Wien wurde das Schwimmen im Donaukanal bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts von weiten Teilen der Bevölkerung praktiziert. Auch heute suchen hier noch einige Abkühlung(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Wien hat wie viele andere Großstädte ein Hitzeproblem. Was ist da naheliegender, sich im Donauarm, der direkt durch die Stadt führt, abzukühlen? Das dachten sich Stadtplaner Jan Gartner und Landschaftsarchitekt Thomas Kerekes. Für die Klima Biennale initiierten sie mit Placemaking Austria und der Agentur Raumpioniere das Projekt Strøm – auf Dänisch Strom.

Eine Art Mini-Strombad, als kostenlose Badeinsel für die breite Bevölkerung. Es war eine von zehn Ideen, die von der Wirtschaftsagentur im Rahmen des Wettbewerbs „Creatives for Vienna – Making Spaces“ auch eine Förderung von 15.000 Euro bekam. Im Zuge des Wettbewerbs entstand eine schwimmende Holz-Stahlkonstruktion auf insgesamt 14 Pontons. Die rund 35 Quadratmeter große Plattform verfügt über Sitzmöglichkeiten, mit Bademeister-Hochstuhl sowie eine kleine, offen integrierte Schwimmzone.

Doch jetzt kommt der Haken: im Kanal geschwommen ist die Konstruktion bisher noch nicht. Dem Stadtsender W24 gestand Kerekes, dass sich der Genehmigungsprozess als „umfangreich“ herausgestellt hat. Es seien viele Verwaltungsstellen von Bund und Land – etwa die Donauhochwasserkommission, die Via Donau, die MA 54 oder MA 57 – involviert. Doch die Entwickler bleiben optimistisch. Bis dahin bleibt die neue Planschmöglichkeit weiter eine Abkühl-Idee von vielen.

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