Das trockenste Frühjahr der Messgeschichte führt zu Aufrufen der Ortschefs, damit kostbares Nass geschont wird. Grundwasser auf Rekordtiefstand.
„Die aktuelle Situation unserer Wasserversorgung ist ernst“, betont Gerhard Seemann, Bürgermeister von Pichl bei Wels. Seit Anfang Mai würden alle drei Brunnen „seiner“ Gemeinde deutlich weniger Wasser führen, die Bevölkerung wurde aufgerufen, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen.
Sollte die Gemeinde auf die Notwasserversorgung der WasserdienstleistungsGmbH zurückgreifen müssen, würde sich das auf die zukünftigen Wassergebühren der Haushalte direkt auswirken. Mit seiner Aufforderung zum Wassersparen steht der Bürgermeister nicht alleine da. Auch Nußdorf am Attersee, Eberschwang und Munderfing ersuchen, auf das Bewässern von Rasenflächen und Autowaschen zu verzichten sowie Poolbefüllungen zu melden.
Wasserversorgung ab Juli teils gefährdet
Ein Blick auf die Grundwasserkarte des Landes Oberösterreich zeigt ein fast einheitliches Bild: Bis auf drei Messstellen im Mühlviertel weisen alle Grundwasserspiegel einen niedrigen oder sehr niedrigen Stand auf. „Besonders betroffen sind das Innviertel und das Alpenvorland. An Messstellen im Raum Schärding und Raum Mattig wurden noch nie gemessene Tiefstände erreicht“, weiß Christian Kneidinger von der Abteilung Wasserwirtschaft beim Land OÖ.
Generell seien die Grundwasserstände von der Niederschlagsmenge und den geologischen Bodenbeschaffenheiten abhängig. „Im Eferdinger Becken oder entlang der Traun findet man Porengrundwasser, das ist stabiler“, so Kneidinger. Sollte es in den kommenden zwei Monaten weiterhin zu trocken bleiben, könnte es in gewissen Gegenden zu Problemen mit der Wasserversorgung kommen. Was würde helfen? „Eine Woche jeden Tag 20 Millimeter Regen oder langfristig zumindest die durchschnittlichen Niederschlagsmengen.“
Bis zu 70 Prozent Einbußen
Darauf hoffen auch die Landwirte, die nun die erste Mahd eingebracht haben. „Durch die Trockenheit ist es zu regional unterschiedlichen Einbußen von 30 bis 70 Prozent bei der Grundlandnutzung gekommen“, schildert Michael Wöckinger von der Landwirtschaftskammer OÖ.
Wie drastisch die Wettersituation tatsächlich ist, weiß die GeoSphere Austria: „Zwischen 1. März und 31. Mai war Österreich in der 169-jährigen Messgeschichte noch nie von einer derartigen Trockenheit betroffen. Im Innviertel betrug das Niederschlagsminus im Vergleich rund 80 Prozent.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.