Unternehmer entlasten

Neos wollen zweite Kammerumlage abschaffen

Vorarlberg
29.05.2026 16:05
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Durch die hohe Lohnnebenkosten sehen die Pinken den Standort und die Wettbewerbsfähigkeit der Ländle-Unternehmer in Gefahr. In wirtschaftlichen schwierigen Zeiten sollte die Kammerumlage 2 zunächst gesenkt und bis zum Jahr 2029 ganz abgeschafft werden. 

Ein großer Dorn im Auge ist den Neos in ganz Österreich die sogenannte „Kammerumlage 2“ (KU2), die alle Arbeitgeber als Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag zahlen müssen. Die Höhe variiert je nach Bundesland und setzt sich aus einem bundeseinheitlichen Anteil und einem Zuschlag der jeweiligen Wirtschaftskammer zusammen. Die Einnahmen selbst dienen dann der Finanzierung der Kammern.

Vorarlberger Wirtschaftskammer sitzt auf 75 Millionen Euro
Geht es nach der pinken Landessprecherin Claudia Gamon soll die KU2 im Ländle – ähnlich wie in anderen Bundesländern – zunächst gesenkt und bis 2029 vollständig abgeschafft werden. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wäre dies ein Gebot der Stunde. „Während Betriebe Stellen abbauen, Produktionen verlagern und unter enormem Kostendruck stehen, sitzt die Wirtschaftskammer Vorarlberg auf einem Eigenkapital in Höhe von über 75 Millionen Euro. Das ist den Mitgliedsbetrieben immer schwerer zu erklären“, meinte Claudia Gamon am Freitagvormittag im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Unos-Bundessprecher Michael Bernhard.

In einigen Bundesländern sei man der Forderung nach einer Senkung der KU2 bereits nachgekommen, wusste der gebürtige Niederösterreicher zu berichten: So habe das Wirtschaftsparlament Wien im Mai eine schrittweise Senkung um rund 25 Prozent beschlossen. Salzburg und Niederösterreich hätten ihre KU2-Hebesätze bereits mit 1. Jänner gesenkt und weitere Senkungen auf 0,18 Prozent bis 2030 beschlossen. Die steirische Wirtschaftskammer wird die KU2 ebenfalls schrittweise von 0,22 auf 0,18 Prozent bis 2030 zu reduzieren.

Nähe zur Schweiz erschwert Wettbewerb zusätzlich
„Vier Bundesländer, eine klare Richtung. Nur in Vorarlberg gibt es keine Bewegung und der Satz liegt unverändert bei 0,33 Prozent“, ärgerte sich Bernhard. Er ortete zudem einen klaren Wettbewerbsnachteil für die Unternehmer im westlichsten Bundesland: „Arbeit ist in Österreich schlicht zu teuer geworden. Arbeitgeber zahlen hierzulande rund 30 Prozent des Bruttolohns zusätzlich an Lohnnebenkosten – in der Schweiz, mit der Vorarlberg direkt konkurriert, liegt dieser Wert bei etwa 13 Prozent. Das ist ein massiver Wettbewerbsnachteil für unsere Betriebe im Grenzraum!“

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