ME/CFS

Viele Betroffene, aber nur wenig Angebote

Burgenland
30.05.2026 05:58
Porträt von Burgenland-Krone
Von Burgenland-Krone

Auch im Burgenland gibt es viele Menschen, die mit ME/CFS leben müssen. Jetzt wird eine bessere Versorgung für sie gefordert.

In Österreich leiden rund 80.000 Menschen an ME/CFS, einer schweren neuroimmunologischen Erkrankung. Schwererkrankte liegen mit Augenbinden in abgedunkelten Räumen, können keine Geräusche ertragen. Viele Betroffene sind sogar auf 24-Stunden-Pflege angewiesen.

Massive Einschränkungen
Auch die 29-jährige Burgenländerin „Lara“ (Name geändert), hat aufgrund von ME/CFS unter massiven Einschränkungen zu leben. Bis zu ihrer Erkrankung hatte sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen, eine eigene Wohnung, ein eigenständiges Leben in Wien und zeigte viel soziales, ehrenamtliches Engagement. Doch die Krankheit änderte alles. Für viele Erkrankte bedeute ME/CFS nicht nur massive körperliche Einschränkungen, sondern auch soziale Isolation, finanzielle Unsicherheit und das Herausfallen aus einem bis dahin selbstbestimmten Leben, erklärt SPÖ-Klubobmann Roland Fürst. „Das frühere Leben existiert nicht mehr, Zukunftspläne sind nicht mehr möglich. Freundschaften verschwinden, Beruf, Ausbildung, finanzielle Sicherheit – all das gerät ins Wanken.“

Mehr Angebote gefordert
Viele Betroffene würden jahrelang von Untersuchung zu Untersuchung geschickt, ohne adäquate Diagnose, ohne spezialisierte Versorgung und ohne ausreichende Unterstützung. Fürst strebt deswegen eine gemeinsame Initiative aller Landtagsparteien an. Durch diese soll der Bund aufgefordert werden, die Versorgung, Forschung und soziale Absicherung in dem Bereich massiv zu verbessern.

Unterstützung erhält er von der Grünen Klubobfrau Margit Paul-Kientzl. „Viele Menschen kämpfen nicht nur mit den gesundheitlichen Folgen, sondern auch mit fehlender Diagnose, mangelnder Versorgung und großen sozialrechtlichen Hürden“, betont die Klubchefin.

Eigene Anlaufstelle in Bad Tatzmannsdorf
Das Burgenland selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran: In Bad Tatzmannsdorf wird an einer spezialisierten Anlaufstelle für Menschen mit ME/CFS beziehungsweise postviralen Erkrankungsbildern gearbeitet. Die individuelle Betreuung soll sowohl stationär als auch ambulant möglich sein.

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