„Krone“-Kommentar

Die absurde Rechnung unserer Regierung

Kolumnen
30.05.2026 06:00

Da hatten sie wieder viele Einfälle, die klugen Köpfe in der Regierung: Erst wird die Mehrwertsteuer auf Butter, Milch, Brot & Co. gesenkt – ein riesiges Tamtam, die Pressekonferenzen sind voller Selbstbeweihräucherung, alle Politiker reden von der großen Entlastung. Und dann kommt die Paketabgabe. Zwei Euro pro Sendung. Zur Gegenfinanzierung, versteht sich.

Was bleibt, ist eine Rechnung, die jeder Österreicher aus der Volksschule kennt. Rechnen wir doch einmal ganz einfach mit – mit Addition, Subtraktion und einem Gleichheitszeichen. Da steht erstens: 73 Euro jährliche Ersparnis durch die Steuersenkung. Da steht zweitens: 54 Euro Mehrbelastung durch die Paketsteuer. Und was kommt raus, wenn das gegeneinander aufrechnet? Genau: 19 Euro im Jahr. Das ist keine Entlastung, das ist ein schlechter Witz. 1,60 Euro im Monat.

Die Regierung tut so, als würde sie uns mit der einen Hand ein Geschenk machen – während die andere Hand wieder in unser Börsel greift. 400 Millionen Euro kostet die Steuersenkung, 280 Millionen Euro bringt die Paketsteuer. Den Großteil zahlen wir also selbst.

Kurios: Ein Haushalt im unteren Einkommenszehntel spart sich zwar 57 Euro. Aber bestellt er im Jahr 30 Pakete, ist die Ersparnis bereits futsch. Danke für nichts.

Also bitte, liebe Regierung: Das nächste Mal könnt ihr euch die ganze Rechnerei gleich sparen. Wenn sich die Beträge gegenseitig fast komplett aufheben, steht am Ende nicht die große Entlastung, sondern nur ein Haufen leerer Worthülsen. Und 19 Euro. Im Jahr. Das ist kein Reformwerk, das ist ein Taschenspielertrick.

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