FPÖ sucht Lösung

Ortschefs müssen Streuner nicht kastrieren lassen

Niederösterreich
30.05.2026 11:00

In Niederösterreich sorgen sich viele um streunendes Katzenleid. Das Land zahlt einen Teil der Kastration – wenn die Gemeinde mitzahlt. Gesetzlich ist das auch nur freiwillig möglich. Die FPÖ will jetzt mit lokalen Tierschützern reden.

Wer in Österreich eine Hauskatze besitzt, die regelmäßig ins Freie darf, muss sie auch kastrieren lassen. Das steht in der 2. Tierhaltungsverordnung im Tierschutzgesetz. Streuner hingegen haben keinen Besitzer, und kommen daher auch nicht im Gesetzestext vor. Auch in Wien, aber noch mehr am Land führt das zu Problemen. Katzen vermehren sich unkontrolliert, bekommen Krankheiten und jagen – allein aus Hunger – auch bedrohte Vogelarten.

Die NÖ-Petition „Verpflichtende Teilnahme aller NÖ Gemeinden am Kastrationsprojekt“ möchte das ändern. Das ist laut FPÖ-Landesrätin Susanne Rosenkranz aber nicht so einfach. Seit 2019 bietet das Land den Gemeinden an, zwei Drittel zu zahlen, wenn jemand eine Streuner-Katze im Ort kastrieren lassen möchte. Dafür müssten aber die Bürgermeister das übrige Drittel zahlen – was viele aus Budgetgründen nicht wollen. Schwierig ist auch festzustellen: Aus wlechem Gemeindegebiet kommt ein herrenloser Streuner?

FPÖ-Tierschützerin Susanne Rosenkranz mit „Krone“ Öko-Redakteur Mark Perry
FPÖ-Tierschützerin Susanne Rosenkranz mit „Krone“ Öko-Redakteur Mark Perry(Bild: Imre Antal)

„Selbstverständlich ist es aus Sicht des Tierschutzes sinnvoll und notwendig, auch Streuner zu kastrieren“, zeigt die Freiheitliche Politikern ein Herz für Samtpfoten. Sie möchte schon bald ein gemeinsames Gespräch mit den Streuner-Aktivisten im Landhaus halten. Denn das Tierleid sei groß und sichtbar, „und wir müssen hier eine sachlichte Diskussion darüber führen“. 

Gutschein-Modell funktionierte nicht
Die SPÖ Niederösterreich machte kürzlich einen Vorschlag zu einem „Gutschein-Modell“, wie die „Krone“ berichtete.  Tierärzte sollen dabei Gutscheine erhalten, die unkompliziert beim Land eingelöst werden können. Dass das nicht funktioniert, zeigt die Vergangenheit:  2011 gab es das Modell bereits hierzulande. Kastriert wurden damals wegen des Bürokratie-Aufwands aber noch weniger Streuner als heute.

Zitat Icon

Die vorliegende Petition und deren Unterschreiber wird ernst genommen. Daher werden wir die Initiatorin zu einem Runden Tisch ins Landhaus einladen.

Susanne Rosenkranz zur aktuelen Streuner-Petition

 

Bund müsste Tierschutz-Gesetz verschärfen
Gesetzlich dazu verpflichten kann die Landesregierung die Kommunen nicht. Der Ball liege hier bei der Bundesregierung. „Es scheitert an verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen. Das Land kann den Gemeinden keine zusätzlichen bundesgesetzlichen Verpflichtungen auferlegen“, betont die FPÖ gegenüber der „Krone“. Fraglich bleibt auch, ob ein gesetzlicher Zwang besser wäre, als eine Förderung, die den Bürgermeister in ihren Ortschaften die Oberhand lässt. 

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