Journalist und Autor

Nahost-Experte Peter Scholl-Latour gestorben

Ausland
16.08.2014 14:38
Der deutsch-französische Journalist und Autor Peter Scholl-Latour ist am Samstag im Alter von 90 Jahren in Rhöndorf am Rhein in Nordrhein-Westfalen gestorben, wie der Ullstein-Buchverlag in Berlin in einer Aussendung mitteilte. Scholl-Latour war mit Reportagen über ferne Länder bekannt geworden und schrieb Bestseller wie "Der Tod im Reisfeld".

Scholl-Latour war einer der gefragtesten Experten, wenn es um die Einschätzung der Lage im Nahen Osten ging. In der Aussendung des Verlags hieß es: "Er war der Älteste mit über sechzig Jahren Berufserfahrung als Reporter und Chronist des Weltgeschehens; der Weitestgereiste, der seinen Fuß in sämtliche Länder der Erde gesetzt hat; der Kundigste, der die Kulturen der Welt kannte wie kein Zweiter; der Erfahrenste, der die Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit von Algerien über Vietnam bis zum Irak und Afghanistan aus nächster Nähe kennengelernt hat."

Scholl-Latour schrieb mehr als 30 Bücher und Reportagen über Krisenherde in aller Welt. Während seiner journalistische Karriere bereiste er mehr als sechzig Jahre lang praktisch alle Länder der Erde. Zuletzt warnte der Nahost-Experte im "Krone"-Interview im August 2013 (siehe Infobox) vor den Gefahren einer "Ausweitung des arabisch-islamischen Flächenbrandes" im Irak und Syrien: "Dann gnade uns Gott."

Scholl-Latour wurde am 9. März 1924 in Bochum geboren. Er arbeitete für die deutschen TV-Anstalten ARD sowie ZDF und war kurzzeitig auch Chefredakteur des Magazins "Stern". Seit Ende der 1980er-Jahre arbeitete er als freischaffender Publizist. Viele seiner Bücher wurden Bestseller, zuletzt veröffentliche er 2012 seine "Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart" unter dem Titel "Die Welt aus den Fugen".

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