Sie haben das Ruder nicht herumreißen können: Trotz einiger Niederschläge in den vergangenen Wochen hat sich die negative Entwicklung bei den Grundwasserständen in Österreich weiter fortgesetzt. Waren Ende April 70 Prozent zu niedrig, sind es inzwischen 86 Prozent.
Dies zeigen Messungen, die Greenpeace an 224 Grundwasser-Messstellen in ganz Österreich durchgeführt hat. 86 Prozent würden mit Ende Mai ein „niedriges oder sehr niedriges Niveau“ beim Grundwasser zeigen.
Besonders dramatisch: An jeder vierten Messstelle liege das Grundwasser so niedrig wie Ende Mai noch nie, so die NGO.
Grundwasser-Abgabe für Industrie gefordert
Greenpeace wandte sich erneut an Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP), das längst versprochene Wasserentnahme-Register rasch umzusetzen, damit ersichtlich wird, wie viel Wasser Industrie und Landwirtschaft wirklich verbrauchen. Zudem wurde eine Grundwasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher gefordert. Diese erwirtschaften mit unserer gemeinsamen Ressource Grundwasser große Gewinne, zahlen aber in der Regel nichts dafür, kritisierte Greenpeace.
„Höchste Zeit, dass Wasserminister Totschnig endlich seiner Verantwortung nachkommt und Österreich dürrefit macht“, wurde Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei der Umweltschutzorganisation, zitiert.
Diese akute Grundwasser-Krise ist eine direkte Folge des extrem trockenen vergangenen Jahres, in dem neun von zwölf Monaten zu wenig Niederschlag brachten. Auch der gerade zu Ende gehende Mai war im österreichweiten Schnitt um 30 Prozent zu trocken, erläuterte die NGO.
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