Der ORF steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Am 11. Juni entscheidet der Stiftungsrat, wer künftig an der Spitze des größten Medienhauses des Landes stehen wird. Doch bei der Wahl geht es mehr als um eine bloße Personalie. Sie wirft auch die Frage auf, welchen ORF sich die Österreicherinnen und Österreicher wünschen. Wen können Sie sich an der Spitze des ORF vorstellen?
Über 70 Bewerbungen sind für den Spitzenposten eingegangen. Zu den bekanntesten Kandidaten zählen die ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer, der frühere ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker, der international tätige Medienmanager Johannes Larcher sowie Medienunternehmerin Eva Schütz. Die aktuelle ORF-Chefin Ingrid Thurnher verzichtet hingegen auf eine Kandidatur.
Für Diskussionen sorgt vor allem APA-Manager Clemens Pig: Mit seiner Bewerbung kündigte er zugleich seinen Rückzug aus der Geschäftsführung der APA an – noch vor der Wahl des neuen ORF-Generaldirektors. Für viele ein Indiz, dass die Entscheidung über die künftige ORF-Spitze hinter den Kulissen bereits gefallen sein könnte. Wer tatsächlich zur Wahl zugelassen wird, entscheidet aber zunächst eine Findungskommission.
Wer soll den ORF in die Zukunft führen?
Für die einen braucht der ORF jetzt vor allem Stabilität, Erfahrung und wirtschaftliche Vernunft. Für die anderen stehen Unabhängigkeit, Innovation und eine größere Distanz zur Parteipolitik im Vordergrund. Die Erwartungen an die künftige Führung könnten kaum unterschiedlicher sein. Doch kann eine Wahl durch den Stiftungsrat all diesen Ansprüchen gerecht werden? Das Gremium ist zwar weisungsfrei, seine Mitglieder werden jedoch von Bundesregierung, Parteien, Bundesländern und ORF-Gremien entsandt. Gewinnt am Ende tatsächlich die beste Qualifikation und das überzeugendste Konzept oder jene Person, die über die besten Verbindungen und das offenste Ohr für die hohe Politik hat?
Ihre Meinung ist gefragt!
Welche Eigenschaften sollte ein ORF-Generaldirektor mitbringen? Braucht es einen erfahrenen Medienmanager, einen Journalisten oder eine Führungskraft von außerhalb des ORF? Und welche Richtung sollte der ORF in den kommenden Jahren einschlagen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare!
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