Haunsberger Weizen, Roggen und Hafer aus Anthering und Umgebung sind seit kurzem als erhaltenswert eingestuft und werden rund um den Berg wieder neu angebaut. In einem „kleinen, feinen“ Netzwerk wird das Getreide weiterverarbeitet und angeboten.
Seit vier Jahren führt Familie Diethard den „Hof der alten Sorten“ in Anthering. Damals übernahmen Alexander und Christine Diethard den Hof von Altbauer Gottfried Weilbuchner, der seit Jahrzehnten alte, lokale Getreidesorten bewahrte.
Jetzt will Diethard mit vier Bauern aus der Region den Sorten Haunsberger Weizen, Haunsberger Roggen und Haunsberger Hafer wieder mehr Breite verschaffen. Gemeinsam haben die fünf Bio-Betriebe den Verein „Flachgauer Troadkultur“ gegründet.
Diethard hat sich bei der Agentur für Ernährungssicherheit dafür eingesetzt, die drei lokalen Gewächse als erhaltenswerte Sorten zu registrieren. Das ist mittlerweile gelungen, sein Hof ist als Erhaltungszüchter bestätigt. In einem ersten Schritt wird das Getreide heuer auf gut sechs Hektar angebaut. Die Landwirte hoffen auf rund 15 Tonnen Ertrag.
Nicht nur im Aussehen unterscheiden sich die Sorten von herkömmlichem Getreide. „Das Korn hat viel weniger Mehlkörper und viel weniger Gluten“, erklärt Diethard. „Das sind robuste Sorten, die können gut mit der Trockenheit umgehen, wie wir sie heuer haben.“
Kooperiert wird mit einem „kleinen, feinen“ Netzwerk an regionalen Betrieben. „Wir werden nicht in großen Regalen landen“, sagt Diethard. Verarbeitet werden der Weizen und der Roggen unter anderem in der jungen Berndorfer Bäckerei Brotwert, die sich dem traditionellen Backen mit moderner Technik verschrieben hat.
Durch eine deutlich längere Rastzeit ist das fertige Brot deutlich länger haltbar. Das Backen mit alten Sorten verlangt eine andere Herangehensweise. „Es ist eine sehr traditionelle Weise Brot zu backen, ein ursprüngliches Handwerk“, sagt Brotwert-Chef Alexander Hock.
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