Schließung droht

Bei einzigem Hallenbad in Bezirk ist Feuer am Dach

Oberösterreich
28.05.2026 16:21

Bei einer kurzfristig einberufenen Begehung stellten Experten grobe Mängel am über 40 Jahre alten Freistädter Hallenbad fest. Offensichtlich verschlechtert sich der Zustand Tag für Tag. Ohne ein rasches Handeln erscheint eine Schließung im Herbst immer wahrscheinlicher.

Schlimmer als befürchtet, fällt das vorläufige Ergebnis der Begehung des Freistädter Hallenbads aus. Das Dach des mehr als 40 Jahre alten Gebäudes ist in einem katastrophalen Zustand. Chlor dürfte sowohl dem Beton als auch dem Stahl massiv zusetzen.

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Die Schließung wäre eine Zumutung. Schulen, Vereine und Sportbegeisterte müssten nach Linz zum Schwimmen fahren. 

Rainer Widmann, Stadtrat (WIFF)

Die Oppositionsparteien VP, FP und Liste WIFF werfen SP-Bürgermeister Christian Gratzl Versäumnisse vor. „Er hat fast fünf Jahre verstreichen lassen, um eine Sanierung oder einen Neubau mit anderen Gemeinden aktiv voranzutreiben. Die nächste Bürgermeisterkonferenz muss sich daher mit dem Thema dringend befassen, weil der Hut brennt“, erklärt Rainer Widmann (WIFF). FP-Stadtrat Harald Schuh drängt auf rasche Klarheit: „Ich erwarte mir vom Bürgermeister die umgehende Beauftragung ausführlicher Prüfungen, um eine Entscheidungsgrundlage zu haben. Ebenso steht die VP, die diese Entwicklung mitzuverantworten hat, in der Pflicht.“

Die Schließung im Herbst erscheint immer wahrscheinlicher. Da es das einzige Hallenbad im Bezirk ist, müssten die Freistädter nach Linz ausweichen. Eine Entscheidung wird nach der Auswertung aller Prüfungsergebnisse erwartet. Offen ist auch, ob das Bad saniert oder neu gebaut werden soll. Die Umbaukosten werden auf 13 Millionen Euro geschätzt.

Stadtchef weist Kritik zurück
Den Vorwurf der Tatenlosigkeit weist Gratzl zurück: „Selbstverständlich bin ich mit anderen Bürgermeistern m Austausch. Im Bezirk sind 22 von 27 Gemeinden im Härteausgleich. Dementsprechend gering ist die Bereitschaft, sich finanziell zu beteiligen. Um ein Projekt zu starten, sind 20 Prozent an Eigenmitteln notwendig. Die fehlen uns.“ 

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