Bildungspolitik

Für Landesregierung hagelt es „Nicht genügend“

Vorarlberg
28.05.2026 15:05
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die schwarz-blaue Koalition will Eltern abstrafen, die sich nicht ausreichend um den Spracherwerb ihrer Kinder kümmern – für diesen Vorschlag kassierte die Vorarlberger Landesregierung harsche Kritik. 

Dass die Opposition in ihrer Kritik generell nicht unbedingt zimperlich agiert, ist bekannt. Nun aber fahren die Grünen verbal schwere Geschütze auf und diagnostizieren der schwarz-blauen Koalition steinzeitliches Agieren. Auch die Sozialdemokraten sind empört über den Vorstoß von Schwarz-Blau, doch worum gehts?

Die Landesregierung hat im bildungspolitischen Ausschuss einen Antrag beschlossen, der Strafmaßnahmen für Eltern vorsieht, die Kinder mit Sprachförderbedarf nicht ausreichend in ihrem Spracherwerb fördern.  „Sanktionen für Eltern helfen keinem einzigen Kind. Kinder sollten ausreichend unterstützt werden. Und genau dort kürzt die schwarz-blaue Landesregierung – bei Assistenzstunden und bei wichtigen Projekten, die dem Spracherwerb förderlich sind“, ärgert sich die Grüne Bildungssprecherin Eva Hammerer. Sie unterstellt Schwarz-Blau „schwarze Pädagogik“. Statt Reformwille herrsche steinzeitliches Denken, das jeden Vorstoß in Richtung moderne und leistungsstarke Schule ersticke. 

„Das ist reine Show-Politik“
Ähnlich tönt es von den Sozialdemokraten. Die Landesregierung würde den Eindruck erwecken, dass sich viele Eltern weigern würden, bei der Sprachförderungen ihrer Kinder mitzuhelfen. Dabei gibt es gar keine konkreten Zahlen dazu, wie eine entsprechende Anfragebeantwortung ergeben hat. „ÖVP und FPÖ reden von einem großen Problem, können aber nicht einmal sagen, wie groß dieses Problem überhaupt ist. Die zuständige ÖVP-Landesrätin bestätigt selbst, dass entsprechende Daten gar nicht genau erfasst werden. Trotzdem wird laut nach strengeren Strafen gerufen“, kritisiert SPÖ-Bildungssprecherin Manuela Auer. Das sei reine Show-Politik. 

Besonders heftig fiel die Kritik an dieser Maßnahme wohl auch deshalb aus, weil das Land erst vor Kurzem Gemeinden Gelder für Zusatzpersonal in den Kindergärten gestrichen hat.   

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