Das Vorarlberger Kinderdorf (nicht zu verwechseln mit dem SOS-Kinderdorf) hat am Mittwoch seinen Jahresbericht vorgestellt. Mehr als 6500 Kinder und Jugendliche wurden unterstützt, 349 Mitarbeitende und 182 Freiwillige leisteten dafür hunderttausende Stunden.
Das Vorarlberger Kinderdorf hat seine Jahresbilanz präsentiert. Mehr als 6500 Kinder und Jugendliche erhielten im vergangenen Jahr Unterstützung. Dafür leisteten 349 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 460.000 Arbeitsstunden. Hinzu kam das wichtige Engagement von 182 Freiwilligen, die ehrenamtlich immerhin über 15.400 Stunden für Familien und Kinder in Not aufbrachten.
75 Jahre Engagement
Die Organisation blickt mittlerweile auf 75 Jahre Geschichte zurück. In dieser Zeit wuchsen rund 1300 Kinder direkt im Kinderdorf auf. Laut der Geschäftsführung, Simon Burtscher-Mathis und Alexandra Wucher, wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten zusätzlich über 100.000 Kinder durch ambulante und auch präventive Angebote erreicht und unterstützt.
Ein Weg in die Selbstständigkeit
Die Geschichte der heute 24-jährigen Magdalena Schöch steht stellvertretend für den nachhaltigen Erfolg der Arbeit. Sie kam mit zwölf Jahren in eine Wohngruppe und fand dort wichtige Bezugspersonen, die ihr unter anderem dabei halfen, die Schule positiv abzuschließen. Heute absolviert sie selbst eine Ausbildung zur Sozialpädagogin. Die Wohngruppe sei für sie „zur Familie geworden“, sagt Schöch.
Vielfältige Unterstützung
Die Palette an Hilfsangeboten ist breit gefächert. 3905 Kinder, Jugendliche und Familien wurden in sechs Fachbereichen betreut, meist im Auftrag der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Das Angebot reicht von Wohngruppen und Pflegefamilien bis zu Kriseninterventionen. Weitere 2608 Kinder nutzten frei zugängliche Angebote wie etwa den Kletterturm „Kids Buin“. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre dieses Programm nicht zu stemmen: In den vergangenen 20 Jahren haben knapp 2000 Ehrenamtliche über 500.000 Stunden an Freiwilligenarbeit für das Kinderdorf geleistet.
Frühe Hilfe verhindert Folgekosten
Geschäftsführer Simon Burtscher-Mathis unterstreicht die Bedeutung früher Investitionen in junge Menschen für die Gesellschaft: „In keiner Lebensphase sind Investitionen so wirksam wie in der Kindheit.“ Der Landesrechnungshof hat die Folgekosten für verabsäumte Hilfeleistungen berechnet, das Ergebnis ist eindrücklich: „Pro Kind, das mit 15 Jahren aufgrund fehlender beruflicher Perspektiven bzw. fehlender sozialer Integration lebenslang auf Stützsysteme angewiesen ist, entstehen Folgekosten von zumindest drei Millionen Euro“, so Burtscher-Mathis. Angesichts des Spardiktats des Landes im Sozialbereich darf das auch als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden.
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