Verbandsjubiläum

So bringt Sensibilisierung mehr Barrierefreiheit

Tirol
22.05.2026 18:00

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT) feiert am Freitag seinen 80. Gründungstag. Begangen wurde dies mit einem Rückblick, mit Freude über alles bisher Erreichte, aber auch mit dringenden Appellen hinsichtlich mangelnder Barrierefreiheit und unsicherer finanzieller Zukunft.

Ist die Marmelade gleichmäßig verstrichen? Wie viel Orangensaft kann ich einschenken, bevor das Glas übergeht? Und wo ist eigentlich der Käse hin? Mit einem „Frühstück im Dunkeln“ hat der BSVT den Pressetermin anlässlich seines 80-jährigen Bestehens mit Sensibilisierung für die Lebensrealität blinder und sehbehinderter Menschen gestartet.

Vor 80 Jahren gegründet von Blinden, die nicht bevormundet werden wollten, hat der BSVT über die Jahre viel erkämpft, bietet schon lange auch Förderung, Beratung und Orientierung. Viel habe sich getan, bilanziert BSVT-Obfrau Sabine Karrer. Blinde und Sehbehinderte würden heute in der Gesellschaft mehr gesehen. Und ihre Stellvertreterin Nicole Wimmer weist auf die neuen Möglichkeiten hin, die der technologische Fortschritt etwa in Bildung und Beruf bietet.

Obfrau Sabine Karrer, GF Wilhelm Zwirner und Obfrau-Stv. Nicole Wimmer (v. li.) berichteten über ...
Obfrau Sabine Karrer, GF Wilhelm Zwirner und Obfrau-Stv. Nicole Wimmer (v. li.) berichteten über Herausforderungen und bereits Geschafftes nach 80 Jahren BSVT.(Bild: Christof Birbaumer)

Barrierefreiheit hinkt analog und digital 
Doch es ist noch viel Luft nach oben. Stichwort Barrierefreiheit: Es brauche einheitliche taktile Leitsysteme, die nicht von E-Scootern oder Fahrrädern verstellt werden, farblich markierte Treppenstufen, Aufmerksamkeitsfelder an Öffi-Haltestellen, mehr akustische Informationen. Auch Touchscreens, die bei vielen Automaten mittlerweile üblich sind, bereiten jenen, die auf ihren Tastsinn angewiesen sind, Probleme. Gerade in öffentlichen Gebäuden fordert der BSVT daher „Funktionalität vor Design“.

Zitat Icon

Es soll kein Bitten und Betteln nötig sein, damit gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden.

Andrea Gredler, BSVT

Auch viele Webseiten und Apps, digitale Formulare und sogar die ID Austria seien nicht barrierefrei. „Das bedeutet, dass vieles nicht selbstständig möglich ist“, erklärt Fachberaterin Carmen Natter. „Und das, obwohl dies ein Recht ist“, verweist sie auf die Behindertenrechtskonvention. Ihre Kollegin Andrea Gredler konkretisiert: „Es soll kein Bitten und Betteln nötig sein, damit gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden.“

Sorge vor finanziellen Kürzungen
Im Hinblick auf Finanzielles nimmt der Verband die Politik in die Pflicht. „Massive Kürzungen stehen ins Haus“, blickt Obfrau Karrer auf die Sparpläne der Regierung. Bereits jetzt wird der BSVT teilweise von Spenden finanziert. Es sei nicht denkbar, dass die Klienten für Beratung künftig zahlen müssen. „Es wäre fatal, wenn wir unser Angebot reduzieren müssten.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung