Die steirische Caritas zieht Bilanz über 2025: Trotz Sparkurs bleibt die Organisation Anker für Menschen in Not. Ein Solidaritätsschub nach den Förderkürzungen habe die „Haltung bekräftigt“.
Es war genau ein „Freitag, der 13.“, im Juni letzten Jahres, als die Caritas und andere steirische Sozial-Organisationen einen „Schockmoment“ erlebten: Das Land gab massive Förderkürzungen für das zweite Halbjahr bekannt. Zusätzlich zur allgemeinen Teuerung ein schwerer Schlag. „Da waren natürlich große Ängste da. Zugleich war aber auch die große Solidarität berührend“, sagt Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler.
2000 Menschen gingen als Reaktion auf die Kürzungen in Graz auf die Straße. „Das hat uns in unserer Haltung bestätigt“, so Tödtling-Musenbichler anlässlich des nun vorliegenden Wirkungsberichts der Caritas Steiermark für 2025. Diesem ist zu entnehmen, dass im Vorjahr Angebote reduziert sowie Stellen abgebaut werden mussten.
300.000 Euro weniger Landesförderung
Die für Finanzen zuständige Vizedirektorin Petra Prattes erläutert, dass sich das Budgetvolumen der Hilfsorganisation im Vorjahr auf rund 137 Millionen Euro belief (knapp zwölf Millionen aus Spenden) – 5,5 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Das Land Steiermark zahlte rund 300.000 Euro weniger an Fördermitteln.
Trotz Abstrichen zeugt der Wirkungsbericht von umfassender Hilfe für Menschen in Not. So gab es etwa 13.600 Beratungen zur Existenzsicherung, mehr als 800 Menschen arbeiteten in Caritas-Beschäftigungsprojekten, 6800 Asylwerber und Ukraine-Kriegsvertriebene wurden in der Grundversorgung im Auftrag des Landes Steiermark betreut sowie mehr als 1000 Bewohner in 15 Caritas-Pflegewohnheimen.
Bahnhofsmission ging in Ganzjahresbetrieb über
Die Bahnhofsmission in Graz, wo – meist obdachlose – Menschen Verpflegung sowie Schutz vor Kälte und Hitze bekommen, ist nach einer befristeten Eröffnung 2024 seit dem Vorjahr im Ganzjahresbetrieb. „Es kommen täglich bis zu 150 Menschen. Man sieht, dass diese Einrichtung notwendig ist“, sagt der für Nothilfe zuständige Vizedirektor Thomas Ferk.
Angesichts der Sparkurse auf Bundes- und Landesebene befürchtet die Caritas für die nahe Zukunft in den Budgets weitere Einschnitte: „Was uns Sorge bereitet, ist, dass weiter am Rücken der Ärmsten gespart wird“, sagt Tödtling-Musenbichler.
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