106 Jahre lang war das Schloss Bergheim im Mühlviertel ein Bildungsstandort – mit Ende des Schuljahres ist dieser Geschichte, Schulpersonal, Angebot und auch Schülerinnen übersiedeln ins Hausruckviertel. Im Schloss soll das OÖ Landesarchiv untergebracht werden – Protestmaßnahmen dagegen finden kaum Beachtung.
„Eine Übersiedlung des Oberösterreichischen Landesarchivs (OÖLA) ins Schloss Bergheim/Feldkirchen a. D. isoliert das Archiv und steht der demokratischen Teilhabe entgegen, indem der Zugang für Bürger, Schüler, Studierende und Forschende erheblich erschwert wird“, heißt es in der Begründung einer Petition des Instituts für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Linzer Uni zum „Erhalt des OÖ Landesarchivs am Standort Linz“. Im November des Vorjahres ging die Petition, die sich an Landeshauptmann Thomas Stelzer richtet, online, sie kann noch etwas mehr als eine Woche lang unterschrieben werden. Doch das Ziel von 2000 Unterschriften ist noch weit entfernt, aktuell sind es mit 984 kaum die Hälfte.
Unterlagen zum Schloss gesperrt
Spannend ist übrigens, wenn man im Landesarchiv zum Schloss Bergheim recherchiert. Von den 32 Schachteln, 37 Handschriften und vier Mappen sind die Schachteln sieben bis zehn gesperrt – ob aus rechtlichen oder konservatorischen Gründen, wird nicht explizit ausgewiesen.
32 Millionen Euro Kosten
Im Schloss soll das Standesamt, der angeschlossene Gemeinde-Bauhof und das Altstoffsammelzentrum erhalten bleiben und das Archiv soll nicht alle Gebäudeteile beanspruchen. Im kommenden Jahr soll nach einem Architektenwettbewerb schon gebaut und das Landesarchiv im Jahr 2029 übersiedelt werden. Die rechtlichen Weichen für die 32-Millionen-Euro-Investition wurden mit einem einstimmigen Landtagsbeschluss schon gestellt.
Lehrangebot bleibt erhalten
Im Schloss wird schon der Abschied der Fachschule Bergheim vorbereitet. Am Sonntag, 17. Mai, findet um 9.30 Uhr zum Dankgottesdienst im ehemaligen Adelssitz statt. Auch Absolventinnen werden aufspielen. Die Schwerpunkte der dreijährigen landwirtschaftlichen Fachschule – „Gesundheit und Soziale Berufe“ und „ECO Design“ verschwinden damit aber nicht, sondern übersiedeln mit ins neue Ausbildungszentrum Waizenkirchen. „Diese Ausbildungen ermöglichen den Abschluss zur Heimhilfe, zur pädagogischen Assistenz für Kindergarten, Hort und Krabbelstube oder die theoretische Lehrabschlussprüfung für Floristen und Einrichtungsberater“, sagt Direktorin Edeltraud Allerstorfer, die als letzte Leiterin mit Ende des Schuljahres Internat, Lehrküche, Direktion und Klassenräume für immer zusperren wird.
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