Die Arbeitslosigkeit bei unter 25-Jährigen steigt derzeit überproportional stark an. Das liege an der Wirtschaftsflaute sowie an künstlicher Intelligenz, meint der Chef des Linzer Recruitingunternehmens epunkt. Er gibt Ratschläge, wie Berufseinsteiger dennoch reüssieren können.
Am oberösterreichischen Jobmarkt haben derzeit Jüngere und Ältere etwas gemeinsam: In beiden „Randgruppen“ wächst die Arbeitslosigkeit. Und zwar entgegen dem allgemeinen Trend, wie unsere Grafik weiter unten zeigt: Denn bei den 25- bis 59-Jährigen ist die Zahl der Jobsuchenden im April in jeder Alterskohorte gesunken.
Eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnete: Über das gesamte Vorjahr gesehen, ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen in Oberösterreich mit einem Plus von 15,6 Prozent am stärksten ausgefallen, andere Altersgruppen waren weniger betroffen.
Wirtschaftsflaute und KI verdüstern die Chancen
„Der Arbeitsmarkt ist generell unter Druck. Es gibt insgesamt weniger Jobangebote und gerade Berufseinsteiger-Jobs sind davon überproportional betroffen“, sagt Daniel Marwan, CEO des Linzer Recruitingunternehmens epunkt. Marwans Firma vermittelt Arbeitskräfte. Er erklärt die angespannte Situation für Junge mit zwei Faktoren: Erstens würden Unternehmen wegen der angespannten Wirtschaftslage derzeit „bevorzugt jemanden mit Berufserfahrung einstellen“.
Der zweite Grund ist ein technologischer: „Früher war es so, dass einem erfahrenen Mitarbeiter vielleicht zwei jüngere zugearbeitet haben. Nun ist es zunehmend der Fall, dass der erfahrene Mitarbeiter für Zuarbeiten auf künstliche Intelligenz setzen kann“, sagt Marwan. „Das führt dazu, dass die Einsteigerjobs künftig noch weniger werden.“
Nun ist es zunehmend der Fall, dass der erfahrene Mitarbeiter für Zuarbeiten auf künstliche Intelligenz setzen kann.

Daniel Marwan, epunkt-CEO
Bild: epunkt
Nebenjobs können Türöffner sein
Wie können junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt dennoch – trotz der aktuell herausfordernden Voraussetzungen – reüssieren? „Ich würde empfehlen, möglichst früh erste Berufserfahrungen zu sammeln“, antwortet Recruiter Marwan. Etwa durch Ferial- und Nebenjobs während Schule oder Uni. „Dadurch knüpft man Kontakte. Viele Arbeitgeber machen Praktikanten dann auch Angebote, langfristig einzusteigen.“
Noch einen Tipp gibt der Chef von epunkt – die Recruitingfirma hat rund 100 Mitarbeiter und erzielte zuletzt knapp 40 Millionen Euro Jahresumsatz – jungen Jobeinsteigern mit: „Mir fällt immer wieder auf, dass sich viele bewerben und relativ wenig mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Je besser man sich über den Arbeitgeber und die eigene Rolle informiert, desto besser ist die Ausgangsposition.“
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