Meisterbussis, Umarmungen, ein neu entdecktes „Schatzi“, ja sogar öffentlich ausgesprochene Adoptionsansuchen – und schlicht die ganz große Party: Der LASK ließ es nach dem Meisterstück bei der Wiener Austria richtig krachen.
„Das hättest du nicht gedacht, Schatzi, was?“ Ja, die gebotene journalistische Distanz war nicht eben augenscheinlich. Wobei Sky-Reporter Marko Stankovic sich der Liebkosung von LASK-Edelzangler Sascha Horvath kaum entziehen konnte. Letzterer nahm den Interviewer kumpelhaft in den Arm und jubelte im Interview: „Es fühlt sich gut an, Meister zu sein.“ Horvath war schon 2013 im Meisterkader der Wiener Austria gestanden. Damals als 17-jähriger Jungspund. Und gemeinsam mit einem gewissen Marko Stankovic.
Dem jetztigen Meistertitel mit seinem LASK drückte der Superdribbler natürlich viel mehr seinen Stempel auf. Horvath ist gereift. Und ließ es sich als frischgebackener (Doppel-)Meister auf dem Rasen richtig gutgehen. Um 16.46 Uhr war das Objekt der Begierde in den Händen von Horvath. Der LASK-Kapitän erhielt nach dem 3:0 der Linzer bei der Wiener Austria in der Generali Arena den Meisterteller der Fußball-Bundesliga aus den Händen von Liga-Vorstand Christian Ebenbauer. Es folgte der obligatorische Konfettiregen, ehe die LASK-Profis mit dem Teller vor den Tausenden mitgereisten Fans feierten.
„Würde sie am liebsten adoptieren“
Es war längst nicht die einzige Liebkosung des Nachmittags. Überall Umarmungen, Jubelszenen non stop – und sogar ein Adoptionsansuchen. „Ich bin so stolz auf die Mannschaft. Am liebsten würde ich alle meine Spieler adoptieren“, scherzte Erfolgstrainer Didi Kühbauer. Ehe ihm beim Gedanken an seine Frau sogar die Tränen kamen.
Star-Stürmer Samuel Adeniran ging‘s auf dem Rasen überhaupt stylish an. Seinen Athletenkörper hüllte er in eine USA-Flagge, dazu eine kesse Sonnenbrille und ein Versprechen: „Die Party wird jetzt lange nicht enden. Ich glaube, ich werde sogar in den USA drüber weiterfeiern.“
Adeniran war genauso wie ein gewisser Sasa Kalajdzic eine prägende Figur in der Erfolgssaison des LASK. Was er denn nach acht, neun Runden gemeint hätte, wenn ihm jemand gesagt hätte, dass der LASK Meister würde? „Dass es optimistisch ist“, gab er sich ähnlich cool wie üblicherweise im Strafraum. Beim letzten Spiel am Sonntag bei der Wiener Austria war er schnell guter Dinge. „Schon nach dem 2:0 hatten wir alle das Gefühl, da brennt nichts mehr an“, so Kalajdzic: „Beim Elfer war es keine Schwalbe von mir. Es war ungeschickt vom Tormann, aber gut ausgenützt. Kühbauer verlangt immer viel von dir, gibt dir aber auch Raum zur Entfaltung. Es war der richtige Schritt für mich, zum LASK zu kommen. Wie es bei mir weitergeht, wird man sehen.“
Und auch der Vereinsboss war voller Stolz. „Sehr cool, dass wir das heute nach Hause gespielt haben – und sehr souverän, wie die Mannschaft aufgetreten ist“, jubelte Siegmund Gruber – der Kalajdzic am Feld geradezu väterlich geherzt hatte.
„Das war meisterwürdig. Gratulation an das Team, den Trainer und den Trainerstab, Sponsoren und natürlich an die Fans“, so Gruber weiter. Und zu seinem Erfolgstrainer fiel ihm ein: Es gibt in der österreichischen Bundesliga nicht viel bessere Trainer als Kühbauer, wir hatten ihn immer auf der Liste.“
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