„Woher sollen wir ...“
Handbuch für Kriegsfall verärgert Kubaner
Angesichts der Spannungen mit den USA hat der kubanische Zivilschutz ein Handbuch mit Richtlinien für die Bevölkerung im Falle einer militärischen Aggression veröffentlicht. Die Tipps in dem neunseitigen Dokument bringen aber viele Kubaner in Rage.
Der „Leitfaden für Familien zum Schutz vor einem militärischen Angriff“ empfiehlt, einen Rucksack mit Lebensmitteln und Medikamenten bereitzuhalten sowie sich bei Luftalarm sofort an einen sicheren Ort zu begeben. „Mit demselben Eifer und derselben Disziplin, mit denen wir uns auf die Bewältigung von Katastrophen vorbereitet haben, müssen wir uns darauf vorbereiten, Leben zu schützen, falls der Feind uns militärisch angreift“, heißt es in der Einleitung. Bei einem Angriff werde sich die sozialistische Karibikinsel zwar entschlossen verteidigen. Ein Großteil der Bevölkerung, darunter Kinder und ältere Menschen, würde jedoch nicht an den möglichen Kämpfen teilnehmen und müsste deshalb gemäß den Richtlinien geschützt werden.
„Ist das ein Witz?“
In Kommentaren unter Facebook-Posts kubanischer Nachrichtenseiten wie „Venceremos“ über den Leitfaden äußerten viele Kritik. „Ach wirklich, und woher sollen wir denn die Sachen für den Rucksack nehmen, wenn man derzeit nicht im Krieg ist und bereits jetzt absolut nichts hat?“, schrieb eine Frau. „Unverderbliche Lebensmittel! Ist das ein Witz?“, hieß es in einem weiteren Kommentar.
Nach der Intervention in Venezuela, bei der Präsident Nicolás Maduro mitsamt Ehefrau verhaftet und in die USA gebracht wurde, steht nun Kuba weit oben auf der Aufgabenliste von US-Präsident Donald Trump. Dem Vernehmen nach wird eine Anklage gegen den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro vorbereitet. Sanktionen gegen den Inselstaat wurden zuletzt massiv verschärft. Das hat die Situation für die knapp elf Millionen Einwohner weiter verschlimmert. Die Kubaner leiden unter Mangelwirtschaft und stundenlangen Stromausfällen. In der Hauptstadt Havanna gibt es teilweise bis zu 22 Stunden täglich keinen Strom. Die wenigen verfügbaren Lebensmittel verderben im Kühlschrank.
UNO: US-Treibstoffblockade ist rechtswidrig
Vor wenigen Tagen teilte der Energieminister mit, dass es keinerlei Diesel- und Heizölreserven mehr gebe. Weder Mexiko noch Venezuela, einst wichtige Öllieferanten Kubas, hätten seit US-Präsident Donald Trumps Anordnung vom Jänner Treibstoff an die Insel geliefert. Trump droht Ländern, die Treibstoff an den kommunistisch regierten Staat liefern, mit Strafzöllen. Die Vereinten Nationen bezeichnen Trumps Treibstoffblockade als rechtswidrig.









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