Marcos Tritremmel ist Präsident der offiziellen österreichischen Eurovisions-Fangemeinde OGAE. Der Sieg von JJ mit „Wasted Love“ im Vorjahr hat die Mitglieder verdoppelt – „Österreich ist das neue Schweden“, sagt der Steirer.
Marcos Tritremmel hatte dieser Tage alle Hände voll zu tun. Er eilt vom Eurovision-Village zum Eurofan-Club im Wien Museum und dann weiter in die Wiener Stadthalle. Mit dabei: der Tanzschein, inspiriert vom diesjährigen ESC-Song, den der Standesbeamte aus Graz auf seiner linken Brust trägt. Wer sonst sollte sich so offiziell damit ausweisen, wenn nicht der Präsident des österreichischen Fanclubs OGAE?
„Krone“: Wie viele Mitglieder hat der Fanclub aktuell?
Marcos Tritremmel: Wir sind bei 900 Mitgliedern. Das hat sich mit JJs Sieg verdoppelt – man muss aber sagen, mit Conchita damals hat es sich vervierfacht. Wir waren zuerst eine Verlierer- und dann eine Siegesnation. Das hat vieles verändert. Wir sind ja das neue Schweden, sagen wir gerne ganz frech.
Verändert sich die Demografie?
Ja, definitiv – es kommen mehr weibliche Fans dazu. Conchita hatte eine großartige Botschaft und JJ mit „Wasted Love“ auch. Das hat viele junge Fans zu uns gebracht. Aber es gilt das Motto: „Everybody is welcome“. Der ESC ist ein schönes Hobby, das man das ganze Jahr lang zelebrieren kann. Es ist auch ein Hobby, mit dem man nie weiß, wo man nächstes Jahr Urlaub macht – sonst wäre ich damals im Jahr 2017 wahrscheinlich nicht in die Ukraine gekommen.
Wie politisch ist der Song Contest?
Er war von vorneweg politisch. Was hat sich in 70 Jahren nicht alles getan? Eines war immer klar: Die Eurovision überlebt.
Wie wichtig ist die Eurovision für die LGBTQ-Community?
Wer dem Hobby Eurovision frönt, das sind sehr weltoffene und kreative Menschen. Es geht um Sichtbarkeit – sogar beim ersten ESC waren schon queere Menschen am Start. Wir können die Welt ein bisschen besser machen, indem wir die Menschen ablenken, mit Spaß und tollen Bildern.
In welchem Moment hat dich der Eurovisions-Virus gepackt?
Ich war damals elf Jahre alt und durfte bei der Oma lange aufbleiben und den Song Contest schauen. Ich habe die schwedische Sängerin Carola (Häggkvist, Anm.) gesehen. Da war's um mich geschehen! 2004 hat mich ein Freund gefragt, ob ich nicht mal mitkommen möchte. Das war in Istanbul – ein Fahnenmeer, diese zwei Minuten, bevor die Eurovisions-Fanfare ertönt – ich war einfach überwältigt.
Welcher war dein Lieblings-Song-Contest?
Der Zweite, der in Wien stattgefunden hat, also 2015. Conchita hat ja aus dem Nichts gewonnen. Ich war als einer von 40 Österreichern in Kopenhagen mit dabei. Das ist übrigens der Unterschied zu einer Sport-Veranstaltung: Tausende haben „Austria!“ gejubelt, obwohl nur wenige Österreicher da waren.
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