Ringen um Handelsroute

Hormuz-Krise: Europäer verhandeln jetzt mit Iran

Außenpolitik
16.05.2026 19:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem zuletzt Schiffe aus Ostasien durch die Straße von Hormuz gefahren sind, wollen die Europäer offenbar die Meerenge ebenfalls wieder sicher passieren können. Mehrere europäische Staaten verhandeln aktuell mit den Iranern darüber.

Nach der Durchfahrt von Schiffen aus Ländern wie China, Japan und Pakistan, hätten nun „auch Europäer Verhandlungen mit der Marine der Revolutionsgarden aufgenommen“, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Samstag. Um welche europäischen Länder es sich dabei handelt, ist bisher nicht bekannt.

Dutzende Schiffe passierten Meerenge
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten in den vergangenen Tagen bereits die Durchfahrt dutzender Schiffe erlaubt, darunter Schiffe aus China. Dies sei nach einer Einigung über iranische „Protokolle zur Verwaltung der Meerenge“ geschehen, erklärten die Revolutionsgarden. China ist der wichtigste Abnehmer iranischen Erdöls.

Die Straße von Hormuz

  • Die Straße von Hormuz verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Durch sie läuft in Friedenszeiten rund ein Fünftel der weltweiten Transporte von Erdöl und Flüssigerdgas sowie weiterer wichtiger Rohstoffe.
  • Der Iran blockiert die Meerenge seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitgehend. Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe.
  • Die Blockade hat die Weltmärkte erschüttert und Teheran ein wichtiges Druckmittel verschafft. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen.

Iran plant Gebühren für „spezialisierte Dienstleistungen“
Der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Azizi, sagte am Samstag, der Iran habe einen „professionellen Mechanismus zur Steuerung des Verkehrs“ in der Straße von Hormuz vorbereitet. Dieser werde „bald veröffentlicht“. Azizi fügte hinzu, von dem Mechanismus würden nur Handelsschiffe und mit dem Iran kooperierende Akteure profitieren. Für „spezialisierte Dienstleistungen“ würden Gebühren erhoben.

Exporte im Irak eingebrochen
Unterdessen sind im Nachbarland Irak infolge der Sperrung der Straße von Hormuz nach offiziellen Angaben die Erdöl-Exporte eingebrochen. Der neue Erdölminister des Landes, Bassem Mohamed Khodeir, erklärte, sein Land habe im April nur zehn Millionen Barrel Öl durch die Meerenge transportiert.

Vor dem Krieg seien es monatlich noch 93 Millionen Barrel Öl gewesen. Üblicherweise exportiert der Irak rund 3,5 Millionen Barrel pro Tag. Erdöl-Ausfuhren machen etwa 90 Prozent der Staatseinnahmen aus. Bagdad versucht, Ausfälle durch Tanklastwagen über Syrien und begrenzte Pipeline-Exporte zum türkischen Hafen Ceyhan abzufedern.

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