Ortsangabe irritierte

Ein Hauch von Russland mitten am Wiener Flughafen

Wien
16.05.2026 18:00

Abertausende lassen sich vermutlich privat oder mit dem Taxi bzw. Uber tagtäglich vor dem Terminal 1 am Flughafen Wien-Schwechat abliefern. Und achten dabei kaum auf die Ankunftsadresse. Jene lag – sowohl bei Google Maps als auch in der Uber-App – bis vor Kurzem offensichtlich eher auf russischem als österreichischem Staatsgebiet. 

Manche Dinge sind einfach zu kurios, um sie zu verstehen. Der eine oder andere, der sich in den vergangenen Wochen mit dem Taxi oder Uber zum Flughafen Wien-Schwechat (Niederösterreich) kutschieren ließ, kann wohl ein Lied von folgender Geschichte singen. Auch der Autor jener Zeilen war bei der Spesenabrechnung für eine Dienstreise zugegebenermaßen etwas irritiert. Stand in der App beim Ausstiegsort der Uber-Fahrt doch anstatt Schwechat ein eher russisch klingender Ortsname. 

Der Fehler wurde von Google Maps in die Uber-App übernommen.
Der Fehler wurde von Google Maps in die Uber-App übernommen.(Bild: Uber)

Russische Kolonie in Potsdam
Konkret war in der Towerstraße 112A, an der das Taxi vor dem Terminal 1 hielt, statt der für den Flughafen üblichen Postleitzahl 1300 die Adressbezeichnung „1300 Aleksandrowka“ angegeben. Was, bitteschön, ist Aleksandrowka? Eine Recherche ergab Folgendes: Es ist ein Name, der nicht selten für Dörfer und Siedlungen in Russland und Polen steht. Auch eine historische russische Kolonie mitten im deutschen Potsdam (Hand aufs Herz: Wer wusste schon, dass eine solche gibt?) heißt so. 

Auch auf Google Maps selbst war die dubiose Adresse ersichtlich.
Auch auf Google Maps selbst war die dubiose Adresse ersichtlich.(Bild: Google Maps)

Flughafen wusste nichts von Ortsangabe
Doch wie kam die Ortsbezeichnung nun ausgerechnet zum Flughafen Wien? Auf Anfrage der „Krone“ beim Flughafen selbst war man jedenfalls überrascht und auch ein wenig amüsiert. Man höre zum ersten Mal davon, gab Sprecher Peter Kleemann zu. Vom Flughafen selbst sei die Änderung der Adresse jedenfalls nicht gekommen, eine Änderung würde man selbstverständlich bei Google beantragen. 

Zitat Icon

Diese Adressangaben kommen nicht vom Flughafen, wir haben darauf keinen Einfluss.

Flughafensprecher Peter Kleemann auf „Krone“-Anfrage

Google löschte Eintrag auf „Krone“-Anfrage
Auch Google, vertreten durch eine Agentur, zeigte sich auf „Krone“-Anfrage überrascht. Man prüfte die Screenshots der „Krone“, löschte den Eintrag daraufhin und korrigierte ihn wieder auf Schwechat. Für ähnlich gelagerte Fälle riet man: Nutzer können Probleme über die Schaltfläche „Produktfeedback geben“ unten rechts auf der Google-Maps-Website melden. 

Ein Scherz – oder das Werk eines Hackers?
Wie es zu der Namensänderung gekommen ist, konnte am Ende des Tages niemand klären. Zwar ist es möglich, Ortsnamen zu ändern, normalerweise aber nur über eine Änderungsmeldung an Google. Es könnte sich natürlich um einen harmlosen Scherz eines Touristen handeln. Oder auch um einen Hacker, der austesten wollte, wie lange die Änderung unbemerkt bleiben würde.

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