Mit dem „Song Protest“ haben am Freitagnachmittag am Wiener Maria-Theresien-Platz die größeren Proteste gegen die Teilnahme von Israel am Eurovision Song Contest begonnen. Die größte Veranstaltung geht am Samstagnachmittag über die Bühne.
Mit der Veranstaltung, bei der unter dem Motto „Keine Bühne für Völkermord“ sowohl Künstler auftraten als auch Reden gehalten wurden, wollte das internationale Publikum ein Zeichen für „tatsächliche Inklusion“ setzen. Zwischenfälle gab es bis zum Abend keine.
Die Organisatoren sehen den Song Contest als eine „hochpolitische Veranstaltung, auf die wir reagieren mussten“, wie der Autor und Aktivist Wilhelm Langthaler der APA sagte. Israel würde enorm hohe Geldmengen in den Auftritt investieren, um sich als friedliebendes Land zu inszenieren. In Wahrheit betreibe es aber „Völkermord“, so der Mitorganisator.
Die Aktivisten wollten den Protest eigentlich in der Venediger Au beim Prater abhalten. Aufgrund einer Behördenentscheidung wurde die Veranstaltung aber auf den Maria-Theresien-Platz verlegt – und somit ausgerechnet in die unmittelbare Nähe des Israel-Fan-Lokals „MQ Kantine“ und des Eurovision Village am Rathausplatz. Beim „Song Protest“ wurde aber von Anfang an klargestellt, dass der Widerstand gewaltfrei sei. „Wir stehen für Liebe und Frieden“, wie Co-Moderator Topoke auf der Bühne sagte.
Der 15. Mai ist auch der Nakba-Gedenktag. Dabei wird an die Flucht und Vertreibung von etwa 700.000 bis 750.000 Palästinensern während der Gründung des Staates Israel und des ersten Arabisch-Israelischen Krieges 1948 erinnert.
Wo es aufgrund der Demo zu Verzögerungen kommen dürfte
Die größte Gegenveranstaltung gegen die Teilnahme Israels geht am Samstag über die Bühne: Ab 14 Uhr zieht eine für 3000 Personen angemeldete Demonstration vom Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof über die Äußere Mariahilfer Straße und Schmelzbrücke in einen Bereich hinter der Stadthalle. Der ÖAMTC warnte vor teils längeren Verzögerungen unter anderem auf der Felberstraße, der Märzstraße und der Koppstraße.
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