Liebesromane? Nicht unbedingt meins. Daher habe ich Silvia Trippolts Erstlingsroman nur zögerlich in die Hand genommen. Allein schon der Untertitel: „Die verborgene Zutat der Liebe“. Allerdings hat der bekannte deutsche Großverlag Knaur das Buch aus Kärnten im Programm. Und das heißt schon etwas!
Wider Erwarten zieht die Geschichte von der biestig-bissigen Gourmetkritikerin Tilda und ihrem Starkoch Magnus dann erstaunlich rasch in den Bann, ist erzählerisch pointiert und schlüssig-flüssig geschrieben, beschert freudige Lesestunden bis zum glückseligen Happy End – kein Wunder: Ist die Liebesgeschichte doch vom echten Haubenkoch und „Bärenwirt“ Josef Trippolt inspiriert, in dem Autorin Silvia vor 21 Jahren in Bad St. Leonhard den Mann fürs Leben gefunden hat. Tolle Knolle statt Trüffel, Wohlfühlen statt Horror. “Ich war Restaurantkritikerin, er Koch des Jahres“, erzählt sie beim „Krone“-Besuch. „Und durch ihn habe ich die Seiten gewechselt und erst so richtig verstanden, was Spitzengastronomie bedeuten kann.“
Dass es nicht um Trüffeln und Schampus geht, sondern darum, aus einem Erdapfel etwas Besonders zu machen. Echt und ursprünglich soll Kochen sein – so wie wohl auch das Schreiben, das die 48-jährige Mutter zweier Söhne neben der Arbeit im kleinen, feinen Drei-Hauben-Familienbetrieb mit Leidenschaft verfolgt.
Zunächst gab es erfolgreiche Sachbücher über ihr Lieblingsurlaubsland Istrien, jetzt steht „Küchengeflüster“ auf Bestsellerlisten, wurde bei der Buchmesse in Leipzig vorgestellt, geht nur Wochen nach dem Verkaufsstart in die zweite Auflage und katapultiert Silvia gleich in ganz andere Autorensphären. „Ich habe etliche fertige Manuskripte in der Schublade, bin schon fünf, sechs Bücher voraus“, verrät sie, dass alleine heuer noch zwei Titel auf den Markt kommen.
Wie das funktioniert, ist spannend: „Ich habe einen Agenten, die Bücher werden per Auktion an Verlage verkauft. Ich habe durch Zufall genau den Nerv der Zeit getroffen. Die Leser wollen nicht mehr nur Blut, Krimis und Horror, die Welt ist schrecklich genug. Jetzt ist Healing Fiction angesagt.“ Lektüre, die glücklich macht also – das dänische Hygge ist auch im Bücherregal das neue Zauberwort.
Und zum seelischen Wohlbefinden gehört auch leiblicher Genuss: Darum verrät Ehemann Seppi nicht nur beste Rezepte, sondern kocht sie auch an speziellen Leseabenden, die aus der bereits seit 1790 bekannten Lavanttaler Gastwirtschaft einen neuen Treffpunkt für Leseratten und Bücherwürmer machen.
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